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Bildunterschrift:
Die Strompreise steigen - zahlen müssen die Privatkunden
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Knapp ein Viertel des deutschen Strombedarfs wird bereits von erneuerbaren Energien gedeckt. Das ist gut, wegen der staatlich garantierten Preise für Ökostromerzeuger, aber auch teuer. Für die Abrechnung der Ökostromförderung sind die Netzbetreiber zuständig.
Sie sind auch verpflichtet, deren künftige Höhe vorab zu berechnen. Diese Rechnung hat Dr. Ralf Wissen vom Energieberatungunternehmen "R2b energy consulting" für die Netzbetreiber erstellt. Das Ergebnis war für Stromkunden erschreckend:
Konkret würde das heißen: Die Ökostromumlage würde innerhalb von vier Jahren von aktuell 5,3 Cent pro Kilowattstunde auf rund 7,3 Cent steigen. Genau das will Bundesumweltminister Peter Altmeier jetzt mit seiner Strompreis-Sicherung verhindern. Er will die EEG-Umlage im kommenden Jahr einfrieren und danach um maximal 2,5 Prozent steigen lassen. Obwohl das wie eine gute Nachricht für Stromkunden klingt, sieht Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher das Vorhaben skeptisch:
Was Peters anspricht, ist schon lange ein Streitpunkt. Schon jetzt müssen nämlich nicht alle die Ökostromumlage zahlen. Große Industriebetriebe mit hohem Stromverbrauch sind davon befreit. Allein dadurch steigt sie für alle anderen um 0,8 Cent, also fast die Hälfte der aktuellen Strompreiserhöhung. Das weiß auch Minister Altmeier. Er will die Ausnahmen begrenzen. Begrenzen ist aber nicht abschaffen, denn dagegen würde sich die Industrie wehren. Einfacher scheint es, die Zahlungen für Ökostromerzeuger zu kürzen. Doch auch das könnte schwierig werden. So sieht Henning Dettmer vom Bundesverband Windenergie in Altmaiers Plänen "massive Fragestellungen, die aus unserer Sicht das Papier als sehr unausgegoren darstellen."
Das betrifft vor allem Vorschläge, die Besitzer bereits bestehender Ökostromanlagen belasten. Wer im Vertrauen auf eine gesetzlich garantierte Vergütung investiert hat, müsste nachträglich auf einen Teil davon verzichten und damit rechnen, in einer bislang noch unklaren Weise zur Kasse gebeten zu werden. Der Minister spricht hier vom "Energie-Soli".
Ein weiterer Vorschlag trifft vor allem die Solarenergie. Hier hat die Bundesregierung die Förderung ohnehin schon drastisch gekürzt. Nach bisheriger Planung würde sie um 2015 vollkommen enden. Der Bau neuer Solaranlagen rechnet sich dann nur noch, wenn man den selbst erzeugten Strom auch selbst verbraucht, anstatt ihn ins Stromnetz einzuspeisen. Doch auch den Eigenverbrauch will der Minister teurer machen. Ob dann überhaupt noch jemand neue Solaranlagen baut?
Ein vierter Vorschlag des Bundesumweltministers sieht für künftig neu gebaute Ökostromanlagen einen flexiblen Zahlungsbeginn vor. Das heißt, wenn eine Anlage fertiggestellt ist, kann es monatelang dauern, bis der Betreiber endlich Geld für seinen Strom erhält. Ein Großinvestor oder Stromkonzern, der mit vielen Jahren Vorlaufzeit in einen Offshore-Windpark investiert, mag sich so eine Wartezeit vielleicht leisten können. Aber verkraften das auch kleinere Investoren? Henning Dettmer vom Bundesverband Windenergie erklärt, wie sich das auswirken wird:
Befürworter der Ökostromförderung fürchten weitere Auswirkungen. Denn der steigende Ökostromanteil hat an der Strombörse dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach Normalstrom deutlich gesunken ist - und damit auch der Preis. Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher ahnt, wer am Ende davon profitieren könnte:
Bislang sind die Vorschläge von Minister Altmaier noch vage. Was daraus wird, ist jetzt erst einmal Thema im beginnenden Wahlkampf.
Autor: Michael Houben
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 30.01.2013. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.