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Landgericht

von Ursula Krechel

Ursula Krechel (Bild: dpa) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Ursula Krechel ]
Nüchterner, aber vielleicht nicht weniger eindringlich ist das neue Buch von Ursula Krechel. Eine exzellente Lyrikerin, die in den letzten Jahren auch als Romanautorin überrascht hat. Ihr neues Buch "Landgericht" (Jung und Jung) erhielt den Deutschen Buchpreis 2012.

Von Gleichgültigkeit und Herzlosigkeit gegenüber den Überlebenden der Nazizeit erzählt ihr Roman. 

Buchcover "Landgericht", Jung und Jung (Bild: Jung und Jung)Bildunterschrift: Buchcover "Landgericht", Jung und Jung ]

"Er war angekommen", so beginnt Ursula Krechels "Landgericht". Doch er kommt nicht mehr an im Nachkriegsdeutschland, der Jude Kornitzer, der vor den Nazis nach Kuba flüchten musste. Nun kehrt er in ein Land zurück, das so schnell wie möglich zurück in die Normalität will und in dem er erneut nicht erwünscht ist.

An Emigranten fasziniere sie ihre Heimatlosigkeit, die Brüche im Leben, sagt Krechel, und dass sie in den Fünfziger und Sechziger Jahren auf Mitleidslosigkeit in Deutschland stießen. Ohne in Betroffenheitskitsch zu verfallen, erzählt sie vom Leben Kornitzers, für den es übrigens ein Vorbild gibt, einen Richter am Landgericht Mainz, auf den sie zufällig stieß. Krechel versucht geradezu in diese Figur hineinzukriechen, zu sondieren wie dieser Mann tickt: "Ich versuche dem Leser diese Figur so nahe bringen, dass er denkt, es könnte sein Nachbar gewesen sein."

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 23.09.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
So, 23.09.12 | 23:35 Uhr