SENDETERMIN So, 03.09.17 | 23:40 Uhr | Das Erste

Die Musik aus der Sendung vom 03.09.2017

Die Musiker von Spirit Fest
Die japanisch-deutsche Band "Spirit Fest"

Intro gegen Vorspann, Elektronik gegen Akustik, Frau gegen Mann … fast unentschieden ging diesmal der Kampf in der 135. Ausgabe von "druckfrisch" um das begehrte Ehrenprädikat "Musiker des Monats September 2017" aus. 

Auf der einen Seite "Lali Puna", die ehemalige Lieblingsband von Radiohead, die das Sendungsintro veredeln. Auf der anderen die deutsch-japanische Supergroup "Spirit Fest" mit den asiatischen Indie-Helden der Tenniscoats, Markus Acher (The Notwist) und Mat Fowler (Jam Money), die den Abspann musikalisch umschweben. Mastermind Markus Acher hat früher selbst bei Lali Puna mitgemischt, aber auch nach dessen Weggang hat es Valerie Trebeljahr geschafft, mit "The Bucket", einer grandiosen Singleauskoppelung aus ihrer neuen CD "Two Windows", das alte Niveau zu halten: Bei Lali Punas elektronisch flirrendem Cover eines alten Kings of Leon-Knallers hat bisher noch jeder, der am Schneideraum vorbeiging, gefragt, was das für Musik sei. Sehr erwachsen!

Ungleich verspielter fast nur akustisch und bis zur Schmerzgrenze zart kommt dagegen Markus Achers neues Musikprojekt "Spirit Fest" daher. Er ordnet sich darin den von ihm unendlich bewunderten Musikerduo Saya und Ueno von den Tenniscoats respektvoll unter. Beim einzigen, umjubelten Live-Konzert der japanisch-deutschen Band saß der Frontman von "The Notwist" mit der akustischen Gitarre und großen Augen schüchtern an der Seite der Bühne und badete förmlich in der Aura der japanischen Sängerin Saya, die mit ihrer unbekümmerten Art zu singen bisher noch jedes Herz und Ohr zum Schmelzen brachte.

Allein die Tatsache, dass es sich bei "Lali Punas" Song um eine Coverversion handelt, gab den Ausschlag, die fünf Meistermusikanten, die sich zu Spirit Fest zusammengetan haben, zu den "Musikern des Monats" zu wählen. Mögen alle guten Geister sie bei ihren Treffen umschweben.

Auch sonst gibt sich die Musik der Sendung kämpferisch: der alte Kommunist Billy Bragg darf vor der Freiheitsstatue seine Kampfeshymne "Help Save the Youth of America" über die Wasser vor New York hinaus schmettern und Salman Rushdie stimmt ihm daraufhin im Interview zu.

Den Komponist, der den Auftritt der "Tonne des Todes" zu Beginn der Bestsellerliste orchestriet hat, dürften die wenigsten kennen. Gerhard Becker, Komponist unsterblicher Werke wie "Das Spukschloß im Salzkammergut" oder "Aus dem Leben eines Frauenarztes" (1959) war einer der Lieblinkgskomponisten von Fritz Lang. Von ihm stammt auch die Musik zum Lieblingsfilm unseres Regisseurs, dem "Tiger von Eschnapur". In "druckfrisch" ertönt mächtig seine Titelmelodie zu "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse". Sie werden beobachtet!

Fehlen noch die notorischen Oasis, die mit "One Way Road" den Soundtrack zum poetischsten Intro der Sendung liefern. Noel Gallagher hat es darin – frech wie kein Poet es sich trauen würde – "pain" auf "hurricane" und "rain" auf "I don’t know from where i came" zu reimen. Eine große dichterische Leistung und schon deshalb mehr als Wert eine große Biographie zu Ehren des Philosophen Karl Marx zu zieren.

Von Andreas Ammer

Stand: 04.09.2017 10:36 Uhr

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