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Massimo Carlotto
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"Ich will erbarmungslos schreiben": Der italienische Krimiautor Massimo Carlotto über radioaktives Gift auf Sardinien
"Ich will den Lesern nicht gefallen. Ich will eine Geschichte erzählen und ganz nah bei der Wirklichkeit sein, auch wenn es um Tod, Gewalt und Hass geht."
Vor fünf Jahren recherchierte Massimo Carlotto gemeinsam mit jungen sardischen Autoren einen Öko-Skandal von ungeheurem Ausmaß. Auf Sardinien, in Salto di Quirra, rund um den größten Nato-Truppenübungsplatz Europas, sterben seit vielen Jahren zu viele Anwohner an Krebs, Kinder werden ohne Finger, Lämmer mit Augen hinter den Ohren geboren.
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"Tödlicher Staub" von Massimo Carlotto, Tropen Verlag bei Klett-Cotta
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Massimo Carlotto hat aus den Geschehnissen ein Buch gemacht, allerdings in Romanform, weil alles andere juristisch heikel gewesen wäre. Mittlerweile ermittelt auf Sardinien die Staatsanwaltschaft, und vieles, was sich heute als Umweltskandal entpuppt, hatte Carlotto damals nur in Romanform beschreiben können.
In einem Mittelmeer-"Noir", so nennt Carlotto seine Kriminalromane, die vor dem Hintergrund realer Fakten spielen. "Der investigative Krimi hat in Italien ein interessantes Phänomen entstehen lassen: Die Leser wollen Romane über bestimmte Themen. Denn in Italien gibt es keinen investigativen Journalismus mehr. Wenn die Menschen also die Wahrheit wissen wollen, dann suchen sie sie in dieser Art von Romanen – im Krimi."
("Tödlicher Staub", Tropen Verlag)
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 03.06.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.