SENDETERMIN So, 01.10.17 | 23:35 Uhr | Das Erste

Jana Hensel: "Keinland"

Jana Hensel: "Keinland" | Video verfügbar bis 01.10.2022

Was ist das eigentlich, die Liebe? Wie können wir zuverlässig erkennen, dass wir lieben? Wissen, ob diese Liebe aufrichtig ist, und wirklich mit unserem Gegenüber zu tun hat? Wie können wir merken, wenn wir nur träumen? Dass ein Phantom in unserem Leben aufgetaucht ist – oder verschwunden? Das sind immer schon wesentliche Themen der Literatur. Die Journalistin Jana Hensel schreibt in ihrem ersten Roman nun über Nadja und Martin, die wohl ein Paar waren, eine Zeit lang. Oder nicht? Jedenfalls ist Martin jetzt weg, abgereist, zurück nach Israel, nach Tel Aviv, wo die beiden sich kennengelernt hatten.

"An diesem Abend trug ich das kurze, schwarze Kleid aus Seide und viel zu hohe Schuhe. Du hast immer nein gesagt, und ich habe dir immer mit ja geantwortet. Mit Liebe geht das, habe ich gedacht, mit Liebe geht doch alles, habe ich gesagt und auf den nächsten Tag gewartet. Ich hatte das bestimmt in irgendwelchen Filmen gesehen, in Liebesfilmen natürlich, mit Happy End natürlich. Ich hatte geglaubt, mein Leben könnte auch so ein Film sein. Aber Liebe reicht nicht immer. Werde ich das nun begreifen? Dass mein Warten nicht reichen wird, wie auch meine Liebe nicht gereicht hat. Verstehen, was wirklich passiert ist, meine ich."

Es geht nicht ums Allgemeine

Jana Hensel: "Keinland"
Jana Hensel: "Keinland"

Glaube, Liebe und Hoffnung sind manchmal nicht weit voneinander entfernt. Nadja glaubt an die Liebe, hofft, dass alles gut wird, irgendwann, irgendwo, und will keinesfalls einsehen, dass manchmal auch eine Liebe ganz unmöglich sein kann. Und Martin sagt meistens nein und vielleicht einmal ja, aber letztlich steht zwischen Nadja, der deutschen Frau aus Berlin, und Martin, dem Frankfurter Juden aus Tel Aviv, die Geschichte von ihren und seinen Leuten. Heißt das, Juden und Deutsche kommen nicht zusammen? Vielleicht nicht besser oder schlechter als Männer und Frauen überhaupt. Aber hier geht es nicht ums Allgemeine, sondern nur ums Individuelle: Und das ist ein großes, berührendes Nachdenken über die Zeit und die Vergangenheit, über das Wesen der Liebe, ein Brief, eine Hymne, und ein sehr schönes, zartes, zeitgemäßes Stück Literatur.

(Jana Hensel: "Keinland". Erschienen im Wallstein Verlag)

Stand: 01.10.2017 23:35 Uhr

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