Weihnachtstipps von Denis Scheck

Für die Lieben oder sich selbst ...

Weihnachten

Weihnachtszeit, Bücherzeit!

Sie sind noch auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken? Oder wissen noch nicht, was Sie selbst am liebsten unterm Baum schmökern würden? Dann sind Sie hier genau richtig! Denis Scheck gibt Weihnachtstipps: Bücher, die glücklich machen! Alle Bücher konnten Sie auch gewinnen. Die Gewinner werden schirftlich benachrichtigt.

Die Weihnachtsempfehlungen:

Georg Bernardini: Der Schokoladentester

Georg Bernardini: "Der Schokoladentester", Bernardini Verlag

Georg Bernardini: Der Schokoladentester
Der Konditor Georg Bernardini ist ein Besessener. Für seinen im Selbstverlag (!) erschienenen Schokoladenguide hat er 2950 Schokoladen verkostet, rund 2700 bewertet und damit erstmals und gründlich ein bislang brach liegendes Wissensfeld vermessen.
Entstanden ist ein Standardwerk für Schokolade – so etwas wie der Michel-Katalog für Briefmarken. Das Erschließen von Komplexität ist immer ein ästhetischer Gewinn. Dank Bernardini wissen nun auch Laien um die Scharlatane in der Schokoladenindustrie, den Unterschied zwischen Bean-to-Bar und Mass-to-Bar und warum Zotter, Domori oder Pierre Marcolini die besten Schokoladen der Welt herstellen.
(Bernardini Verlag, 731 Seiten)

Frank Jacobs: Seltsame Karten

Frank Jacobs: "Seltsame Karten", Liebeskind Verlag

Frank Jacobs: Seltsame Karten
Der Belgier Jacobs ist durch seinen Blog bekannt geworden, in dem er sein Hobby als Sammler von Landkarten unterhaltsam aufbereitet. Dass schiere Wissensvermittlung Glück bedeuten kann, erfährt man beim Blättern durch diesen Bildband: Wie stellten sich deutsche Chauvinisten Europa nach einem Sieg im Ersten Weltkrieg vor? Worin liegt die Schönheit der Minard-Karte, die Napoleons Russland-Feldzug darstellt? Wo liegt Kapitän Nemos Nautillus begraben? Jacobs Buch ist ein Schatz.
(Deutsch von Matthias Müller, Liebeskind Verlag, 127 Seiten)

"Im Bergwerk der Sprache", Gabriele Leupold (Hrsg.)

"Im Bergwerk der Sprache", Gabriele Leupold (Hrsg.), Wallstein Verlag

Gabriele Leupold und Eveline Passet (Hrsg.): "Im Bergwerk der Sprache"
Können Vorträge von Germanistikprofessoren glücklich machen? In diesem Fall schon, denn es handelt sich um die Dokumentation von Reden von Experten für die Entwicklung der deutschen Sprache, gehalten vor einem Publikum von deutschen literarischen Übersetzern. Die Themen reichen von "literarischer Patinierung", über "Kommunikatische Routinen" von "Hochachtungsvoll" über "Heil Hitler" bis "Herzliche Grüße" bis zur Sprache der Ghetto-Kanaken und lassen einen das Glück einer lebendigen, das heißt in stetem Wandel begriffenen Sprache erleben.
(Wallstein Verlag, 360 Seiten)

Douglas A. Anderson (Hrsg.), "Das große Hobbit- Buch"

Douglas A. Anderson (Hrsg.), "Das große Hobbit- Buch", Hobbit-Presse, Klett-Cotta

Douglas A. Anderson (Hrsg.): "Das große Hobbit-Buch"
Diese wundervoll illustrierte und vor allem hervorragend kommentierte Ausgabe von J. R. R. Tolkiens "Hobbit" lässt alle anderen Editionen meilenweit hinter sich zurück. Auch lohnt eine neue Lektüre dieses Textes, der eben nicht bloß eine kleine Vorgeschichte zu "Der Herr der Ringe" darstellt. Amüsant ist jedenfalls der Ansatz, in den Zwergen moderne Venture-Kapitalisten zu sehen. Wie heißt es am Ende: "Es lebe der Bogenschütze! Nieder mit den Geldsäcken!"
(Deutsch von Wolfgrang Krege und Lisa Kuppler, Hobbit-Presse, Klett-Cotta, 416 Seiten)

Marjana Gaponenko, "Wer ist Martha?"

Marjana Gaponenko, "Wer ist Martha?", Suhrkamp

Marjana Gaponenko: Wer ist Martha?
Ein 96-jährige Zoologe aus der Ukraine erhält einen Anruf von seinem Arzt, der ihn zu einem Termin ins Krankenhaus einbestellt. Der betagte Patient hält dies für die Ankündigung des unmittelbaren Todesverdikts und flieht vor dieser Nachricht nach Wien – und in die Erinnerungsräume seines langen und reichen Lebens. In wunderbar poetischem Deutsch und mit herrlichem Humor lässt sich mit Marjana Gaponenko eine ungewöhnliche deutschsprachige Erzählerin entdecken, die quasi ein mitteleuropäisches Gegenstück zu "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" geschrieben hat.
(Suhrkamp, 227 Seiten)

Buchcover

Nicholson Bakers "Haus der Löcher", Rowohlt

Nicholson Baker: Haus der Löcher
Ob das Gutenbergmedium Buch für harte Pornographie im 21. Jahrhundert noch das richtige ist, mag bezweifelt werden. Aber diese unbestreitbar pornographische Schrift aus der Feder eines der ebenso unbestreitbar größten Stilisten der amerikanischen Sprache ist das probate Antidot für E. L. James' grenzdebile "Shades of Grey".
(Deutsch von Eike Schönfeld, Rowohlt Verlag, 320 Seiten)

Jonathan Lethem: Bekenntnisse eines Tiefstaplers

Jonathan Lethem, "Bekenntnisse eines Tiefstaplers", Tropen Verlag

Jonathan Lethem: Bekenntnisse eines Tiefstaplers
Jonathan Lethem, Jahrgang 1964, ist einer der originellsten Köpfe der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur. Seine autobiographische Essaysammlung lohnt allein schon wegen der profunden Auseinandersetzung mit Science-Fiction-Literatur. Immerhin schrieb Lethem einmal einen Roman über eine Frau, die sich in ein Schwarzes Loch verliebt ...
(Deutsch von Gregor Hens, Tropen Verlag, 351 Seiten)

Christine Eichel: Das deutsche Pfarrhaus

Christine Eichel: "Das deutsche Pfarrhaus", Quadriga Verlag

Christine Eichel: Das deutsche Pfarrhaus
Die Schriftstellerin und Journalistin Christine Eichel hat ein grundgescheites Buch über eine urdeutsche Institution geschrieben: das Pfarrhaus als Lebensform einer deutschen Klerikerkaste. Aus der evangelischen Kaderschmiede und dem Brückenkopf des geistlichen Lebens im Irdischen entstammen nicht nur die aktuelle deutsche Staatsspitze, sondern auch so unterschiedliche Deutsche wie Gottfried Benn, Gudrun Ensslin und Benjamin von Stuckrad-Barre, der sagt: "Als Pfarrerskind wird man entweder Terrorist oder Kanzlerin." Christine Eichel untersucht, was vom deutschen Mythos des Pfarrhaus im 21. Jahrhundert geblieben ist.
(Quadriga Verlag, 368 Seiten)

Christine Collorio, Michael Krüger, Hans Sarkowicz, "Erzählerstimmen"

Christine Collorio, Michael Krüger, Hans Sarkowicz, "Erzählerstimmen", Hörverlag

Christine Collorio, Michael Krüger, Hans Sarkowicz: Erzählerstimmen
Nichts ersetzt die Interpretation eines Textes durch seinen Autor. Diese einzigartige Sammlung von 183 deutschsprachigen Autoren aus hundert Jahren lässt einen die Stimmen von Sigmund Freud und Hermann Hesse hören bis hin zu Judith Hermann und Daniel Kehlmann. Ein veritables Literaturfestival für Zuhause.
(Hörverlag, 28 CDS)

Adam Zagajewski: Unsichtbare Hand

Adam Zagajewski: "Unsichtbare Hand", Edition Lyrik Kabinett bei Hanser

Adam Zagajewski: Unsichtbare Hand
Der große Ironiker der polnischen Literatur wird hier mit einer vom Autor selbst getroffenen Auswahl seiner Gedichte aus den letzten zehn Jahren vorgestellt. Zu entdecken ist ein ebenso weltläufiger wie formgewandter Lyriker, an dessen "Verteidigung der Dichtung, etc." man von den 6000 Werbebotschaften genesen kann, die ein durchschnittlicher Mitteleuropäer beim Gang durch eine deutsche Großstadt täglich wahrnimmt.
(Deutsch von Renate Schmidgall, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, 136 Seiten)

Harry Rowohlt, "Harry Rowohlt für Kinder"

Harry Rowohlt, "Harry Rowohlt für Kinder", Kein & Aber

Harry Rowohlt: Harry Rowohlt für Kinder
Wie könnte man nicht glücklich sein, wenn einem Harry Rowohlt "Pu der Bär" oder "Der Wind in den Weiden vorliest"? Ob das wirklich für die ungewaschenen Ohren der vermeintlich lieben Kleinen bestimmt ist, oder sich das Erwachsene nicht lieber selbst anhören sollten, muss jeder selbst entscheiden. Shel Silversteins "Lafcadio – ein Löwe schießt zurück" war für mich die Entdeckung des Jahres – nach der Lektüre weiß man, dass Jägermützen immer zum Schluss gefressen werden, weil sie so "wollig" schmecken.
(Kein & Aber, div. CDs)

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