SENDETERMIN So, 09.04.17 | 23:05 Uhr | Das Erste

Don't blink – nicht blinzeln

Hommage an den Fotografen Robert Frank

PlayRobert Frank vor seiner Fischerhütte
Hommage an den Fotografen Robert Frank | Video verfügbar bis 25.05.2017

Robert Frank zählt zu den Klassikern der modernen Fotografie. Seine Bilder erzielen bei Auktionen Rekordsummen. Mit dem Band "The Americans" hat er in den 50er-Jahren den Stil der Fotografie geprägt.

In "Don't Blink – Robert Frank" zeichnet die Dokumentarfilmerin Laura Israel ein umfassendes Porträt ihres langjährigen Freundes. Am 13. April kommt der Film in die deutschen Kinos. ttt hat Laura Israel in New York getroffen

Laura Israel
Regisseurin Laura Israel

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt kam der US-Amerikanerin während eines Filmfestivals in Amsterdam. "Dort schlug mir jemand vor, über Robert einen Film zu machen", erinnert sie sich. Doch als sie ihn fragte, war der Meisterfotograf alles andere als begeistert. "Also beließ ich es dabei, aber am Ende unseres Gesprächs sagte er: 'Komm morgen noch mal vorbei, dann reden wir darüber.'"

Einblicke in Leben und Werk

Der öffentlichkeitsscheue Künstler, mittlerweile 92 Jahre alt, willigte schließlich ein. Auch, weil sich die beiden seit den 80er-Jahren kennen und oft zusammengearbeitet haben. Entstanden ist ein 82 Minuten langer Dokumentarfilm, in dem die Regisseurin Robert Franks kreativen Arbeitsprozess begleitet und Einblicke in sein Privatleben gibt. Mal in Schwarz-Weiß, mal in Farbe schaut sie dem amerikanischen Künstler in seinem Atelier über die Schulter, wirft einen Blick in sein Fischerhaus, wo er mit seiner Frau, der Bildhauerin June Leaf, lebt, trifft Franks Freunde, führt Interviews und zeigt Ausschnitte aus Fotoserien, Dokumentar- und Experimentalfilme.

Robert Frank wurde am 9. November 1924 in Zürich geboren und wanderte 1947 in die Vereinigten Staaten aus. Er arbeitete zunächst als Auftragsfotograf in der Modebranche und als Fotojournalist für Magazine. 1955 erhielt er als erster Europäer das "Guggenheim-Stipendium". Es ermöglichte ihm, einen Sommer lang durch sein neues Heimatland zu reisen.

Die Seele der Amerikaner

Robert Frank in seinem Atelier
Robert Frank in seinem Atelier

Auf dieser Reise entstanden 28.000 Bilder – Momentaufnahmen, mit denen er tief in die Seele der amerikanischen Gesellschaft blickt. 83 Motive wählte er für den Bildband "The Americans" aus, der 1958 in Paris und ein Jahr später in den USA erschien. Das Buch gilt als Meilenstein der Fotografie und machte Robert Frank weltberühmt.

Künstler und Musiker suchten seine Nähe

Nach seinem Durchbruch begann er, Filme zu machen. Ende der 50er-Jahre setzte er mit "Pull My Daisy" der Beat-Generation ein Denkmal. Das Drehbuch zu dem Film mit Allen Ginsberg und Delphine Seyrig stammte von Jack Kerouac.

1972 begleitete Frank die Rolling Stones auf Tour und filmte alles – von Drogenexzessen bis Gruppensex. Stones-Sänger Mick Jagger verhinderte lange Zeit die Aufführung von "Cocksucker Blues". In Deutschland war der Film erst im Jahr 2001 im Museum Folkwang in Essen zu sehen. Ein paar Ausschnitte daraus zeigt Laura Israel auch in "Don't Blink".

Spontaneität und Intuition

Robert Frank hat mehr als 30 Filme realisiert und bis ins hohe Alter fotografiert. Seine unermüdliche Kreativität und seine unkonventionelle Arbeitsweise stehen im Zentrum von Laura Israels Porträt. "Er wird stark von Spontanität, von Intuition geprägt. Sicher können sich junge Leute eine Scheibe davon abschneiden und auf andere Leute wirkt das inspirierend."

Autor des TV-Beitrags: Joachim Gaertner

Stand: 10.04.2017 08:41 Uhr

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Produktion

Diese Sendung wurde vom
Westdeutschen Rundfunk produziert.