SENDETERMIN So, 10.01.16 | 23:35 Uhr | Das Erste

Little Girl Blue: Janis Joplin

Filmische Hommage an eine Rockikone

Janis Joplin singt bei einem Konzert
Janis Joplin live

Janis Joplin war eine der einflussreichsten Rocksängerinnen der Welt und inspirierte mit ihren Liedern eine ganze Generation. Hits wie "Me and Bobby McGee", "Cry Baby", "Mercedes Benz" und "Piece of my Heart" prägten den Sound der Hippiekultur und gehen bis heute unter die Haut. Zur Legende wurde Janis Joplin 1970, als sie mit 27 Jahren an einer Überdosis Heroin starb.

Regisseurin Amy Berg (Oscar-nominiert für "Deliver Us From Evil") widmet der Rockikone ein filmisches Porträt. Anhand alter Dokumente und Filmaufnahmen, zahlreicher Interviews mit ihren Geschwistern und Weggefährten sowie sehr persönlicher Briefe zeichnet sie das Leben der außergewöhnlichen Musikerin mit all seinen Höhen und Tiefen nach. "Janis: Little Girl Blue" kommt am 14. Januar 2016 in die Kinos.

Unstillbarer Drang nach Freiheit

Janis Joplin wurde am 19. Januar 1943 in Texas geboren. Sie wuchs in einer bürgerlichen Familie auf und fühlte sich in der konservativen Umgebung einsam und unverstanden. Schon früh entdeckte sie die Blues- und Folkmusik für sich und trat 1958 zum ersten Mal öffentlich auf. Mit 17 verließ sie ihr Zuhause, um Sängerin zu werden. Sie schrieb sich an verschiedenen Colleges ein, ohne ein Studium zu beenden. Dafür machte sie sich schon bald in Folkclubs einen Namen und avancierte mit dem an ihrem großen Idol Bessie Smith geschulten Gesangsstil zur "Queen des weißen Bluesrock".

Suche nach Anerkennung und Liebe

Janis Joplin privat auf einem Sofa
Janis Joplin privat

Trotz ihrer Erfolge litt sie ein Leben lang unter dem Gefühl, eine Außenseiterin zu sein. Hinter ihrer elektrisierenden Bühnenpräsenz verbargen sich Unsicherheit und das fast unstillbare Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe. Als sie 1966 von Texas nach San Francisco zog, fühlte sie sich in der Hippieszene zum ersten Mal aufgehoben. Ihr Auftritt beim Monterey Pop Festival 1967 bedeutete für ihre Karriere den Durchbruch.

"Live fast, love hard, die young"

Janis Joplin umgeben von einigen Fans
Umgeben von ihren Fans

Janis Joplin lebte kompromisslos und nahm sich, was ihr gefiel: Drogen, Alkohol, Sex, Spaß. Und doch war in ihren Liedern das Leiden zu spüren. Wenn sie auf der Bühne stand und mit ihrer gewaltigen Stimme Freude und Schmerz herausschrie, berauschte sie das Publikum. Unvergessen ihre Bemerkung in Woodstock: "Früher waren wir nur wenige, jetzt gibt es Massen und Massen und Massen von uns."

Wenige Monate vor dem Woodstock-Festival tourte sie im Frühjahr 1969 mit ihrer Kozmic Blues Band durch Europa. Ihr einziges Deutschlandkonzert fand in Frankfurt statt.

Kompromisslos bis in den Tod

Anfang 1970 löste sich die Band auf. Janis Joplin versuchte, von ihrer Drogen-, Tabletten- und Alkoholsucht loszukommen. Sie stellte eine neue Band zusammen, die sich Full Tilt Boogie nannte, und bereitete eine neue LP vor. Kurz vor Fertigstellung starb sie am 4. Oktober 1970 an einer Überdosis Heroin. Sie wurde nur 27 Jahre alt, ebenso wie Brian Jones, Jimi Hendrix, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse, die deswegen alle zum "Club 27" gezählt werden.

"Gefallener Engel"

Amy Bergs Film zeigt sowohl die Größe als auch die Verletzlichkeit von Janis Joplin. Er ist "das Porträt eines gefallenen Engels, dessen verwundete Seele sich in Sex, Drugs und das Versprechen einer romantischen Liebe flüchtete", sagt die Regisseurin. "Echten Trost fand sie auf der Bühne, wenn sie für eine sie bewundernde Menge sang, die jede Unze ihres Leides verstand."

Stand: 11.01.2016 09:15 Uhr

Sendetermin

So, 10.01.16 | 23:35 Uhr
Das Erste

Produktion

Diese Sendung wurde vom
Westdeutschen Rundfunk produziert.