SENDETERMIN So, 29.01.17 | 23:05 Uhr | Das Erste

Monet – Licht, Schatten und Reflexion

Ausstellung von Monet in Basel | Video verfügbar bis 29.01.2018

Die berühmten Seerosen. Kein Horizont. Kein Oben und Unten. Der Himmel gespiegelt auf der Wasseroberfläche. Was Monet hier malt, ist: Reflexion. Und was er sagt: Revolution. Wir sehen nur, was wir zu wissen glauben. Natur, wir, alles ist Veränderung.

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Claude Monet

Claude Monet. Geboren 1840, gestorben 1926. Die ganze Moderne, die nach ihm kommt, gründet auf seinen Fragen, seinem Zweifel. Was kann ein Bild zeigen? Er will das Unmögliche: Veränderung festhalten.

Näher an der Wahrheit

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"Eisschollen auf der Seine"

Reflexionen im Wasser. Oft spiegelt er sein Motiv, geht in die Unschärfe oder schaut am Motiv vorbei. Als wäre der Schatten oder eine Spiegelung näher an der Wahrheit dran. Schatten, Licht und Luft. Seine Bilder, wie abgeschnitten, ein bewusst willkürlicher Ausschnitt von etwas viel Größerem. Eisschollen auf der Seine, der Wechsel der Aggregatzustände – das hat ihn fasziniert.

Besessen von seiner Suche

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"Die Barke"

Monet malt und erzählt dabei von den Möglichkeiten der Malerei selbst. Aufnahmen von 1914 zeigen seinen riesigen, großartigen Garten. Ein Malerfürst, ein Idyll, aber die Bilder täuschen. Monet war ein Besessener. Ein Sklave seiner Suche.

In London entdeckt er William Turner und den Nebel für sich. Die Brücken von London sind nicht um ihrer selbst willen gemalt. Auch nicht das Parlament. Eher Phänomene. Erscheinungen auf der Netzhaut. Hundertmal gemalt. Hundert Versuche über Lichtbrechung und Farbe.

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"Kornschober im Sonnenlicht"

"Kornschober im Sonnenlicht". 1891. Als Kandinskys das Bild sieht, erkennt er nicht, was es abbildet. Was er sieht, ist: reine Malerei. Monet hat sein Leben dafür gegeben, zu verstehen, was einen Schatten ausmacht. Er ist das Farbigste in diesem Bild.

Die Kathedrale von Rouen – 33 Mal

Wie malt man das Zittern der Zweige, Kälte, Wind? Er versucht, vernichtet, malt an mehreren Leinwänden gleichzeitig. Die Kathedrale von Rouen. 33 Mal hat er das Lichtspiel auf der Fassade festgehalten. Er hat immer auf das Licht gewartet, bereit für das jeweils neue Schauspiel, das sich zeigt. Am Ende seines Lebens malt er nur noch Reflexionen seines Seerosenteichs. Die Welt und die Erscheinungen – aufgelöst – und da, auf der Leinwand des Künstlers, in Abstraktion verwandelt. Die Moderne – plötzlich ist sie da.

Autorin: Angelika Kellhammer

AUSTELLUNGS-TIPP
"Monet"
Fondation Beyeler in Riehen bei Basel
bis 28. Mai 2017

BUCH-TIPP
"Monet: Licht, Schatten und Reflexion"
Fondation Beyeler / Hatje Cantz Verlag

Stand: 29.01.2017 21:39 Uhr

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So, 29.01.17 | 23:05 Uhr
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Produktion

Diese Sendung wurde vom
Bayerischen Rundfunk produziert.