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Mark Bradford – Pavillon der USA

Mark Bradford - Pavillon der USA | Video verfügbar bis 14.05.2018

Mark Bradford braucht nur ein paar Meter zu gehen, schon hat er fünf neue Freunde. Sein Wesen: ein großes, herzliches Hallo! "Meine Mutter gab mir eine Perücke und sagt mir: 'Style diese Perücke. Ich muss zur Arbeit.'", erzählt Mark Bradford. "Das war ganz natürlich für mich. Mit drei, vier, fünf Jahren. 'Hier, mach' das! Mach mein Make Up! Ganz natürlich.' Es war immer lebendig. Wir hatten nie ein Wort dafür: 'Künstler'. Wir haben das einfach gemacht. Es hat gelebt."

"Die Energie ist geblieben"

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Ein verlassener Arbeitsplatz

Seine Werke werden für vier Millionen Dollar gehandelt. Aber Größenwahn? Kennt er nicht. Aus dem Vorhof des Pavillons macht Bradford den Hinterhof Amerikas. "Ich will Grenzen einreißen. Ich mag diese Repräsentation von Nationalismus nicht. Ich habe den Pavillon als Arbeitsplatz verwendet – eineinhalb Monate lang. Als ich ihn nicht mehr gebraucht habe, habe ich es einfach so gelassen. Kennst du diese Plätze, wo man weiß, das etwas passiert ist, aber die Leute sind gegangen? Die Energie ist geblieben", sagt Mark Bradford.

Kunst aus Unbehagen

Mark Bradford Skulptur
Skulptur von Mark Bradford

Bradford macht politische Kunst – ohne Plakate und Megafon. Mit den Einnahmen finanziert er soziale Projekte. Er ist Los Angeles – durch und durch. 2 Meter 14, schwul, Mitte 50. "Nach außen bin ich unbeschwert", sagt er. "Aber alles, was du hier sehen kannst, das bin ich auch. Ich schaffe aus meinem Unbehagen heraus, reagiere auf die Instalibität in der Gesellschaft. Jedes Mal, wenn ich die Zeitung lese, fühle ich eine große Beklommenheit. Ich habe mich in die Angst hineinbegeben. Es ist wie im Auto zu sitzen und nicht wissen, wo es hinfährt."

"Meine Abstraktionen blicken nach außen"

Bradford wuchs in South Central auf, früher eines der gefährlichsten Viertel von Los Angeles. Statt zu studieren arbeitete er im Friseursalon seiner Mutter. Aus dem machte er erst sein Atelier, dann eine Beratungsstelle für Jugendliche aus den Heimen. "Meine Abstraktionen blicken nach außen", sagt er. "Nicht nach innen."

Lässig und schön!

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Auf der Suche nach Struktur

"Manche Leute haben nicht genug Feuer, die haben zu viel Struktur. Ich habe zu viel Feuer, deshalb suche ich immer nach der Struktur. Freier Flow, damit bin ich aufgewachsen. Aber nach was ich immer suche, ist Struktur. Struktur in meiner Arbeit. Sonst bekomme ich Panik“, sagt Mark Bradford. Abstrakter Expressionismus lebt wieder. Seinen Nachbarn lässt er die Straße runterlaufen. Wie Marilyn in "Niagara". Re-Make. Re-Model. Lässig und schön.

Autor: Andreas Krieger

Stand: 15.05.2017 12:09 Uhr

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