SENDETERMIN So, 10.09.17 | 23:05 Uhr | Das Erste

The Insult

The Insult
Filmszene aus "The Insult"

Der Vorabeiter Yasser soll in einem schäbigen Beiruter Viertel illegale Baustünden korrigieren. Seinem Auftrag entsprechend repariert er den Regenabfluss von Toni. Toni ist ein libanesischer Christ. Yasser ein palästinensischer Flüchtling. Zwei Männer – stellvertretend für viele Konflikte in Nahen Osten.

Es beginnt mit einer Beleidigung

The Insult
Regisseur Ziad Doueiri

"Diese Geschichte entwickelte sich aus einem Vorfall, der mir vor ein paar Jahren in Beirut passiert ist", sagt Regisseur Ziad Doueiri. "Ein sehr dummer, unbedeutender Vorfall. Ich goß meine Pflanzen und das Wasser tropfte runter auf jemanden, bei dem ich sehr schnell merkte, dass er einen palästinensischen Akzent hatte. Und ich beleidigte ihn auf die schlimmstmögliche Weise."

Was hätte passieren können ...

The Insult
Ursache: das Abflussrohr

Im Film eskaliert der Konflikt. Toni sagt zum Palästinenser Yasser: Sharon hätte euch alle auslöschen sollen. Es kommt zum Prozess – ein Schaukampf im Gerichtssaal. Medienrummel. Massenproteste. Straßenschlachten. Alles wegen eines Abflussrohres und zweier Männer, die sich nicht entschuldigen können. "Libanon hat viele Konflikte und viele Resolutionen hinter sich", sagt Doueiri. "Ich habe mir ein ganz spezielles Thema ausgesucht, um darüber zu sprechen. Aber es spiegelt wieder, was hätte passieren können. Oder was in der Zukunft passieren könnte. Libanon ist in einem sehr kritischen Moment."

Ein so schwieriger Ort

The Insult
Die Situation eskaliert weiter

Die Frau des Christen Toni erleidet eine Frühgeburt. Der Vorgesetzte des Palästinensers Yasser kommt, um sich zu entschuldigen. "Könnten wir nicht auch starke weibliche Charaktere haben, die das repräsentieren, was wir in der arabischen Welt wirklich gerne sehen würden?", sagt Regisseur Ziad Doueiri. "Heute ist die arabische Welt ein so schwieriger Ort. Und ich frage mich, wenn Frauen an der Macht wären: Wäre das nicht eine bessere Welt? Vielleicht."

Brillant, dramatisch – realistisch

The Insult
Keiner kommt gut weg

Eine brillante, dramatische Satire, bei der keiner gut wegkommt. Gleichzeitig sehr realistisch. Nur am Schluss gönnt der Regisseur seinen Figuren eine Versöhnung – eine Art Happy End, das so wohl in der Realität nicht passieren würde. Eher ein frommer Wunsch. Die Wirklichkeit sieht leider oft anders aus.

Autor: Andreas Krieger

Stand: 10.09.2017 23:50 Uhr

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