SENDETERMIN Sa, 02.06.18 | 16:00 Uhr | Das Erste

Arthrose durch Sport

PlayFußballspielende Beine
Arthrose durch Sport | Video verfügbar bis 02.06.2023 | Bild: WDR

Für Carsten Fischer hat Sport immer eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt. Als Kind und Jugendlicher spielte er Fußball im Verein. Er war sehr ehrgeizig und gab alles. Aber auf die Gelenke achtete beim Training niemand. Carsten Fischer hatte zwei Kreuzbandrisse innerhalb von fünf Jahren. Mit dem Leistungsfußball musste der Sportler deshalb mit 24 aufhören. Sport machte er aber trotzdem weiter: Er fuhr Ski, kletterte in den Bergen und joggte – obwohl er zwischendurch starke Schmerzen im Knie hatte. Aber mit 38 ging auch das nicht mehr – nach dem Joggen schwoll das Knie immer häufiger an und schmerzte noch Tage danach. Die Diagnose: eine posttraumatische Arthrose, höchstwahrscheinlich bedingt durch seine extreme sportliche Tätigkeit in der Jugend.

Arthrose durch falsches Training

Fußballspielende Beine
Fußballspieler haben ein erhöhtes Risiko, später an Arthrose zu erkranken. | Bild: WDR

Sportarten mit vielen Stoßbewegungen und einem hohen Verletzungsrisiko wie Fußball, Hockey, Basketball, Handball oder Tennis bergen ein Arthrose-Risiko. Die schnellen und abrupten Bewegungen belasten die Gelenke und damit den Knorpel extrem. Auch durch Schläge oder Stöße der Mitspieler können Knorpelzellen beschädigt werden. Wenn die Verletzung nur leicht ist, kann der Knorpel sich häufig wieder erholen. Allerdings nur, wenn er die Chance bekommt, sich zu regenerieren. Sonst können die angeschlagenen Knorpelzellen auch komplett zerstört werden – und ebnen damit den Beginn einer Arthrose. Regenerationsphasen und Trainingspausen bei Verletzungen sind deshalb sehr wichtig, um eine Arthrose zu verhindern. Wer also zum Beispiel Fußball oder Handball spielt, sollte gelenkschonend trainieren, neben der Sportart an sich zusätzlich Athletiktraining machen und Verletzungen gut auskurieren.

Sport kann bei Arthrose aber auch helfen

Fahrradfahrer an der Elbe
Bei Arthrose kann regelmäßige Bewegung die Beschwerden lindern. | Bild: WDR

Mit einem ausgewogenen Training kann Sport das Risiko einer Arthrose aber wahrscheinlich auch senken. Studien zeigen, dass Kinder, die sich viel bewegen, in der Wachstumsphase ein größeres Knorpelvolumen aufbauen als inaktive Kinder. Dadurch sind sie im Alter möglicherweise besser gegen Arthrose gewappnet. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Sport im Erwachsenenalter eine Arthrose vorbeugen und die Symptome lindern kann. Denn der Knorpel wird durch Bewegung härter, stabiler und für Verletzungen weniger anfällig. Auch der durch Sport geförderte Muskelaufbau ist ein Faktor, warum Sport gegen Arthrose helfen kann. Denn eine gute Muskulatur schützt das Gelenk und sorgt dafür, dass es sich gleichförmig bewegt und keine Fehlstellungen entstehen. Wer bereits eine Arthrose hat, sollte ebenfalls Sport machen. Dann am besten gelenkschonende Sportarten wie Fahrrad fahren und Schwimmen. Eine Arthrose ist zwar nicht heilbar, aber ihre Symptome lassen sich lindern.

Arthrose hat viele Ursachen

Junge spielt Tennis, Mann schaut zu.
Sport kann Arthrose begünstigen, aber auch lindern. Es kommt darauf an, wie man den Sport betreibt. | Bild: WDR

Bei vielen ist Arthrose als "Verschleiß"-Krankheit abgespeichert, die nur alte Menschen betrifft. In der Tat ist die Mehrheit der Patienten über 60. Aber Arthrose hat vielfältige Ursachen. Auch Jüngere können erkranken – zum Beispiel, wer wie Carsten Fischer Verletzungen nicht richtig auskuriert. Aber nicht jeder, der in seiner Jugend viel Sport treibt, bekommt später eine Arthrose. Die Krankheit hat in der Regel mehrere Ursachen – auch genetische. Außerdem ist Übergewicht ein häufiger Auslöser, auch Übergewicht als Kind. Ein gutes Mittel, um die Arthrose im Zaum zu halten, ist es, Sport zu treiben. Aber eben durchdacht und mit dem richtigen Maß, damit der Sport den Knorpel nicht zerstört, sondern ihn widerstandsfähiger macht.

Autorin: Ilka aus der Mark (WDR)

Stand: 01.06.2018 13:04 Uhr