SENDETERMIN Sa, 02.05.15 | 16:00 Uhr

Das Essen der Zukunft - Fast Food Trends

PlayW wie Wissen
Das Essen der Zukunft - Fast Food Trends | Video verfügbar bis 30.04.2020
Burger
Schnell und gesund soll es sein, das Fast Food der Zukunft.

Es zieht uns magisch an. Es ist schnell, heiß, billig und verführerisch: Fast Food. In München pilgern jeden Freitag Hunderte zum "Street Food Festival", 20 verschiedene Imbisswagen stehen hier jede Woche bereit. Im Angebot: viele bekannte Fast-Food-Klassiker wie Burger, Hot Dogs und Pommes. Aber warum lieben wir Fast Food so? Prof. Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der Technischen Universität München, weiß: Das ist ein Überbleibsel aus unserer Frühgeschichte. Nahrung, die viel Fett und Kohlenhydrate, also viel und schnelle  Energie enthält, war heiß begehrt in Mangelzeiten, die die menschliche Geschichte lange bestimmten. Heute braucht kaum mehr jemand so viel Energie auf einmal  - und erst recht nicht aus den eher ungesunden Zutaten, aus denen Fast Food meist besteht: Fett, Zucker, Weißmehl. Diese Art von Ernährung kann Krankheiten verursachen oder begünstigen.

Die neue Burger-Bewegung

Aber müssen Hamburger und Co. denn immer ungesund sein? Nein, sagt Ruben Wester-Ebbinghaus. Er hat in den USA studiert und ist dort auf den Burger-Geschmack gekommen. In München hat er 2013 einen der ersten alternativen Burger-Läden aufgemacht. Das Konzept: regionale Zutaten, reines Bio-Rindfleisch, alles selbst gemacht, alles frisch. Inzwischen haben weitere neue Burger-Restaurants aufgemacht.

Burger
Hausgemachte Burger mit hochwertigen Zutaten sind beliebt.

Das Geschäft mit den hausgemachten Burgern boomt bundesweit, die klassischen Fast Food-Anbieter dagegen kämpfen. Die Umsätze von McDonald’s sind zurückgegangen, Burger King musste nach Negativschlagzeilen sogar zwischenzeitlich einige Filialen schließen. Ein Burger kann aber tatsächlich eine gesunde Mahlzeit sein, wenn er aus hochwertigeren Zutaten besteht und wenn er gesünder eingebettet wird - nicht mit Pommes und Zuckerlimo, sondern besser mit Salat und einem Glas Wasser, rät Prof. Hans Hauner.

Gesund ausgedruckt

Gesundes Fast Food für zuhause verspricht diese Technologie - der Essensdrucker. Dank der Technik des 3D-Druckers können so Lebensmittel entstehen, die gesund, selbstgemacht und wie von einem Spitzendesigner ausgeklügelt daherkommen. Das Prinzip: alle Zutaten selbst aussuchen, zu einer Paste verarbeiten und ausdrucken - zu Nudeln, Plätzchen oder mehr. Keine unerwünschten Zutaten oder Zusatzstoffe. Noch dieses Jahr wollen die Entwickler des Geräts foodini auf den Markt.

Eis als Nahrung

Stangen-Eis
Das Eis von David Marx kommt ohne Fett und Zucker aus.

Gesünder als das Gewohnte - das hat sich auch David Marx vorgenommen. Sein Eis am Stiel soll ganz ohne das auskommen, aus dem die süße Sünde normalerweise besteht: Fett, Zucker und Sahne - und dafür Nährstoffe und Vitamine enthalten. In seinem kulinarischen Erfinderlabor, der "science kitchen" in Berlin, hat er ein Jahr lang an Rezepturen geforscht: Mango-Maracuja-Eis, Brombeer-Schoko-Eis - aus Reismilch, Fruchtmus, Olivenöl und Rohkakao.

Damit aus dieser Grundmasse Eis mit dem typischen Schmelz-Genuss wird, hat Marx eine spezielle Technologie entwickelt: Die Eis-Förmchen werden in flüssigen Stickstoff gekühlt, auf  minus 196 Grad. Kommt die Masse jetzt in die Form, wird sie binnen zwei Minuten schockgefrostet. Einfach einfrieren wie herkömmliches Eis geht nicht, dann würde die fettarme Masse kristallisieren und sich bröselig anfühlen. Beim Schockfrosten können keine Kristalle entstehen, das Eis bleibt cremig und in Form, auch ohne Fett und Zucker. Noch in diesem Jahr soll es die ersten Sorten gesundes Eis in ausgewählten Supermärkten und Eisdielen zu kosten geben.

Es tut sich was auf dem Fast Food Markt,  es gibt eine ganz neue, vielversprechende Auswahl. Allerdings bleibt uns auch hier nicht erspart: Genau hingucken und sorgfältig auswählen - dann kann Fast Food tatsächlich gesund sein.

Buchtipp:
Ruben Wester-Ebbinghaus: Better Burger: Für die ganze Familie - mit und ohne Fleisch
ISBN 978-3517093734, Südwest Verlag
16,99 Euro
160 Seiten

Holy Burger München
Dachauer Straße 7a
80335 München
Tel. (089)18 94 72 96
www.holyburgergrill.de/
E-Mail: hallo@holyburgergrill.de

KYL 21 – Stieleis
Molekyleis Produktionsgesellschaft mbH ·
David Marx
Burgfrauenstraße 90
13465 Berlin
Tel. 0173- 156 40 20
www.kyl21.com/
E-Mail: sm@kyl21.com

Autorin: Doris Tromballa (BR)

Stand: 04.05.2015 08:18 Uhr