SENDETERMIN Sa, 16.05.15 | 16:00 Uhr

Welche Fette sind gut für uns?

Welche Fette sind gut für uns? | Video verfügbar bis 14.05.2020
Unterschiedliche Gruppen der Fettsäuren als Symbol-Figuren
Es gibt Hunderte verschiedene Fettsäuren.

Viele Menschen haben Angst vor Fett und greifen im Supermarkt lieber zu den fettfreien Produkten. Doch neueste Forschungserkenntnisse zeigen, dass das nicht die beste Wahl ist. Das Image des Fetts in der Ernährung ändert sich. Viele Fette sollen laut aktuellen Studien sogar besonders gesund für uns sein.

Eine kleine Fettkunde:

Ungesättigte Fettsäuren

Oliven-Männchen als Symbol für einfach ungesättigte Fettsäuren
Im Olivenöl sind viele einfach ungesättigte Fettsäuren.

Es gibt einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Man unterscheidet sie je nach dem, wie viele Doppelbindungen sie in ihrer chemischen Struktur aufweisen. Je mehr Doppelbindungen, desto reaktionsfreudiger sind sie. Das heißt, sie werden schneller ranzig.

Einfach ungesättigte Fettsäuren sollen besonders gut für uns sein. Sie senken die Blutfette und sind zum Beispiel im Olivenöl oder Rapsöl enthalten. Das ist nicht nur gesund, es eignet sich sogar zum Abnehmen – kombiniert mit viel Gemüse, Salat und Vollkornprodukten.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind beispielsweise Omega-3-Fettsäuren im fetten Fisch oder Omega-6-Fettsäuren im Sonnenblumenkernöl. Hier kommt es laut den meisten Wissenschaftlern auf das richtige Verhältnis an. In Deutschland essen wir typischerweise zu wenig Omega-3-Fettsäuren. Sie senken den Blutzucker und haben weitere herzschützende Wirkungen. Auch sollen sie gut für die Gehirnentwicklung sein.

Gesättigte Fettsäuren

Käse-Männchen als Symbol für gesättigte Fettsäuren
Milchfette gehören zu den gesättigten Fettsäuren.

Gesättigte Fette braucht unser Körper zur Energiegewinnung und als Depotfett, aber auch als Baustoff für die Zellen und zur Abwehr von Keimen. Zu den gesättigten Fettsäuren zählen auch die meisten Milchfette. Über die wurden in der letzten Zeit viele neue Studien veröffentlicht. Demnach scheinen manche Milchfette antibakteriell und antiviral zu wirken. Andere werden sogar als krebshemmend untersucht.

Vorsicht geboten ist aber vor den versteckten Fetten - insbesondere, wenn man auf seine Gewicht achten muss. Das können gesättigte Fette zum Beispiel in Fertigsaucen sein. Auch befinden sich in industriellen Backwaren, Süßigkeiten oder Knabbereien oft sogenannte Transfette. Das sind chemisch gehärtete Pflanzenfette, die aus Kostengründen in der Nahrungsmittelindustrie verwendet werden. Bei den Transfetten sind sich die sonst streitenden Experten einig: Sie erhöhen die Blutfette, sind schlecht für den Blutzuckerspiegel und sie fördern Entzündungen im Körper.

Ständig neue Studien                           

Prof. Ursel Wahrburg auf dem Wochenmarkt in Hamburg.
Prof. Ursel Wahrburg sagt, dass wir keine Angst vor Fett in der Ernährung haben brauchen

Professorin Ursel Wahrburg von der FH Münster sagt, dass wir grundsätzlich keine Angst vor Fett haben müssen. Leider ist es aber in Deutschland so, dass wir vom falschen Fett zu viel und vom richtigen Fett zu wenig essen. Über die vielen einzelnen Fettsäuren und darüber, wird weiter geforscht. Das komplizierte Bild der Fette ist noch lange nicht vollständig.

Die einfachen Rezepte von Raffaele:

Vorspeise: Kleines Käseglas mit Lachs
Vollfetten Frischkäse, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, frischen Schnittlauch und gutes Olivenöl gut mischen. Mit einem Esslöffel in kleine Gläser füllen und mit kleinen gebratenen Lachsstücken und einer Scheibe Zitrone garnieren.

Hauptspeise: Schweinenacken und Chicoree
Ein Stück Bio-Schweinenacken scharf und kräftig auf jeder Seite drei Minuten anbraten. Weißwein, Oliven und Olivenöl sowie Cherry-Tomaten hinzugeben. Tiefgefrorene Rapsblüten auftauen und gegebenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles mit Alufolie abdecken und 30 Minuten bei 200 Grad im Ofen garen lassen.

Chicoree in Viertel schneiden und in einer Auflaufform mit schwarzen Oliven und vollfettem Feta-Käse garnieren. Mit Salz und Pfeffer würzen und 15 Minuten bei 180 Grad im Ofen garen lassen.

Autorin: Jenny von Sperber

Stand: 16.05.2015 15:35 Uhr

Sendetermin

Sa, 16.05.15 | 16:00 Uhr