SENDETERMIN So, 16.12.12 | 17:00 Uhr

Wo der Pfeffer wächst

Ein Gewürzstand auf einem indischen Markt

Die Auswahl an Gewürzen ist auf den indischen Märkten riesig.

Indien ist das Land der Gewürze. Auf jedem Markt quellen die Stände vor Chilis und Ingwer über. Es gibt Pfefferkörner, Kardamon und Curry, es duftet nach Zimt, Vanille und Nelken. Selbst die einfachsten indischen Gerichte werden mit einer Vielzahl von Gewürzen zubereitet.

Ideales feuchtwarmes Klima

Wolken über bewaldeten Bergen

Die Wolken sorgen mit für das ideale feuchtwarme Klima.

Angebaut werden die meisten dieser Gewürze in Kerala, einem Bundesstaat im äußersten Südwesten Indiens. Hier in den Bergen sind die Bedingungen auf 800 bis 1.200 Metern ideal. Auf dieser Höhe ist es noch immer tropisch warm, gleichzeitig bleiben die Wolken, die vom Arabischen Meer herüberziehen, in den Bergen hängen und spenden die nötige Feuchtigkeit.

Große Vielfalt im Gewürzgarten

Eine Knospe an einer Vanilleranke

Vanille ist eine Rankenpflanze, die an Bäumen emporwächst.

Agustin Papanachem ist einer der vielen Gewürzbauern in Kerala. Auf seiner Gewürzplantage wachsen Vanille, Pfeffer, Kardamon, Nelken und Muskatnuss. Der Bauer nutzt seine Gewürze auch für den Eigenbedarf, aber sie werden zum Teil über seine Kooperative PDS als Bioprodukte nach Deutschland exportiert.

Gewürze brauchen viel Wasser

Abgeholzte Berge in Kerala

Durch die Abholzung verändern sich Landschaft und Klima.

All diese Gewürze haben eines gemeinsam: Sie benötigen viel Feuchtigkeit. Und das ist in den letzten Jahren zu einem Problem geworden. In dem Gewürzanbaugebiet wurden viele Bäume gerodet, um Platz für schnell wachsende Feldfrüchte zu schaffen. Doch ohne den Wald versiegen die Bäche, durch die fehlende Verdunstung bilden sich weniger Wolken und das Klima in der Region wird insgesamt trockener.

Die Bauern müssen sich anpassen

Bauer auf Feld mit Bäumen

Bäume sorgen für ein gutes Klima auf der Plantage.

Um trotz dieser klimatischen Veränderung weiter erfolgreich Gewürze anbauen zu können, müssen die Bauern ihre Anbaumethoden anpassen. Agraringenieure beraten sie darin. Sie versuchen mit einem Bündel kleiner Maßnahmen, das Mikroklima auf der Gewürzplantage wieder zu optimieren. Neu gepflanzte Bäume etwa halten mit ihren Wurzeln die Feuchtigkeit in der Erde und spenden Schatten.

Erntezeit ist im Winter

Mann pflückt Nelkenblüten.

Jede Nelke wird einzeln gepflückt.

Die meisten Gewürze werden zwischen Januar und März geerntet - und zwar von Hand. Die Nelken werden Blüte für Blüte gepflückt und dürfen dabei nicht kaputt gehen. Beim Pfeffer sind der Erntezeitpunkt und die Art der Weiterverarbeitung entscheidend dafür, ob er nachher als weißer, schwarzer, grüner oder roten Pfeffer in den Handel kommt.

Von der Sonne getrocknet

Weißer Pfeffer liegt zum Trocknen in der Sonne.

Weißer Pfeffer beim Trocknen

Nach der Ernte werden die Gewürze in der Sonne ausgelegt und regelmäßig gewendet. Nur wenn sie wirklich durch und durch trocken sind, können sie verpackt und exportiert werden. Ingwer zum Beispiel braucht fast eine Woche, bis er all seine Feuchtigkeit verloren hat und auf die Reise nach Deutschland geschickt werden kann.

Autorin: Katharina Nickoleit (WDR)

Stand: 16.12.2012 17:00 Uhr

Sendetermin

So, 16.12.12 | 17:00 Uhr