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Für viele unerträglich: Gedanken an den eigenen Tod (nachgestellte Szene)
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Wenn unser Körper langsam aber unaufhaltsam abbaut - sei es, weil wir schwer krank oder alt sind - wenn es medizinisch keine Chance mehr auf Heilung gibt, dann gibt es nur noch den einen Weg. Dann erscheint es auch sinnlos, das Leben um jeden Preis zu verlängern, sei es mit einer weiteren Chemotherapie oder Geräten aus der Hightech-Medizin. Dann steht das Thema Sterben riesig groß vor uns - vor dem Betroffenen, vor den Angehörigen, vor den Freunden. Manche verzweifeln, andere versuchen diesen beschwerlichen letzten Weg bewusst zu gehen und stellen sich ihrem Schicksal. Sie bereiten sich so gut es geht auf den Tod vor, psychisch und spirituell.
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Rituale mit Freunden und Angehörigen geben Halt und Orientierung
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Wir können den Sterbenden begleiten - durch unsere Nähe, durch Gespräche, durch gemeinsame Momente der Ruhe. Das kann ein erstaunlich bereichender gemeinsamer Weg sein, mit beglückender Nähe. Doch Menschen, die einen Angehörigen in den Tod begleiten, brauchen Unterstützung. Mitarbeiter von Hospizeinrichtungen, aber auch ambulante Palliativmediziner leisten hier wertvolle Hilfe, denn sie kümmern sich neben den Patienten auch um die Familien.
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Unverzichtbar: Schmerzlinderung bei schwerer Erkrankung (nachgestellte Szene)
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Laut einer Umfrage des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes wünschen sich 66 Prozent aller Deutschen zu Hause sterben zu dürfen. Die meisten Menschen jedoch verbringen ihre letzten Tage im Krankenhaus oder in einer stationären Pflegeeinrichtung. Dabei kann man zu Hause fast dieselbe Versorgung leisten wie im Krankenhaus. Es lassen sich zum Beispiel Ultraschall-Untersuchungen machen und Palliativmediziner können die Patienten mit Medikamenten wie etwa Morphin versorgen.
Viele Patienten sprechen bevorzugt mit ihrem Arzt oder ihrem Betreuer über spirituelle Themen, es muss gar nicht unbedingt ein Seelsorger sein. Die Trauerbegleitung wie die gesamte Palliativbetreuung beginnt meistens mit der Nachricht der lebensgefährlichen Erkrankung.
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Atemtherapie gegen Angst-Attacken (nachgestellte Szene)
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Atemnot erzeugt Angst, diese wiederum erzeugt Atemnot - Ärzte nennen das den Teufelskreis der Palliativmedizin. Es geht darum, wieder in Fluss zu kommen, damit die Unterbrechungen und das Stocken aufhören. Über das Berühren mit den Händen werden die Sinne wieder geweckt und der Patient bekommt wieder ein Stück Vertrauen in seinen Körper und damit insgesamt mehr Selbstvertrauen.
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Abschiednehmen mit einem Kerzen-Ritual
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Rituale können in solchen Krisensituationen eine wichtige Rolle spielen, denn sie geben Halt und Orientierung. Das können Gespräche und Gebete sein oder das gemeinsame Hören der Lieblingsmusik. Rituale bewirken, dass der Mensch angerührt wird in seinen Gefühlen, in seiner Emotionalität. Die Umwandlung von Trauer durch Symbole und Rituale ermöglicht den Todkranken Abschied von ihren Angehörigen und Freunden zu nehmen und den Trauernden einen Wiedereinstieg in das aktive Leben.
Rituale haben sowohl eine psychische als auch eine soziale Funktion, gerade wenn das Sprechen schwieriger wird, sind sie ein wichtiges Kommunikationsmittel und können am Ende des Lebens sogar Familienkonflikte lösen.
Wie man lebt, so stirbt man - das berichten Palliativmediziner. Es gibt Menschen, die diesen schwierigen Weg des Sterbens auf bewundernswerte und beeindruckende Weise meistern. Das müssen nicht immer nur religiöse oder ältere Menschen sein, die sich intensiv mit dem Thema "Tod" auseinandergesetzt haben. Wer anfängt schon in guten Zeiten über den Tod zu reden, hat die erste Hürde schon genommen.
Autor: Boris Geiger (BR)
Info-Box: FACHAUSDRÜCKE:
Palliative Care: Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2002 ein Versorgungskonzept zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die von einer lebensbedrohlichen Krankheit betroffen sind. Schmerzen und andere Probleme physischer, psycho-sozialer und spiritueller Natur werden frühzeitig erkannt und behandelt. So wird Leiden gelindert. Die Palliativmedizin ein Teilbereich des Gesamtkonzeptes Palliative Care.
"care" bedeutet Sorge, Sorgfalt, Fürsorge, Obhut, Pflege.
"palliativ care" heißt: sich kümmern und sorgen um Menschen mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung.
SAPV: Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 18.11.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.