SENDETERMIN So, 13.10.13 | 17:00 Uhr

Green Speed Cup: Wettbewerb der sparsamsten Flieger

Green Speed Cup: Wettbewerb der sparsamsten Flieger | Video verfügbar bis 12.03.2018
Flugzeuge beim Green Speed Cup vor dem Start.
Viele Flugzeugtypen mit unterschiedlichsten Konzepten konkurrieren um den Green Speed Cup.

Der Green Speed Cup ist ein von der Technischen Universität Dresden veranstaltetes Wettfliegen. Hier kommt es nicht nur auf Geschwindigkeit an, sondern auch auf Effizienz. Also schnell fliegen und möglichst wenig Energie dabei verbrauchen. An den Start gehen Flugzeuge mit klassischen Benzinmotoren, Dieselmotoren, extrem große Flugzeuge, winzig kleine und die elektrisch angetriebene e-Genius.

Favorit e-Genius

Eine e-Genius im Flug.
Die e-Genius hat ihren Elektroantrieb am Heck.

Die e-Genius ist ein Reisemotorsegler mit Elektroantrieb mit Platz für zwei Personen. Entwickelt und gebaut wurde das Flugzeug am Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart (IFB). Der Propeller befindet sich zusammen mit dem Motor am Heck und nicht vorne - das hat aerodynamische Vorteile.  Bisher hatten Elektroflugzeuge bei diesem Luftrennen keine Chance. Zu langsam und zu wenig Reichweite - die verbrauchsoptimierten Motorflugzeuge waren schneller und sparsamer. Diesmal gehört die e-Genius aber zu den Favoriten.

Möglichst schnell und möglichst sparsam

Um bei dem Wettbewerb den Sieg zu erringen, kommt es nicht nur auf die Flugzeugtechnik an, sondern auch auf die Flugstrategie. Einige fliegen etwa im "Sägezahnstil". Das bedeutet, sie steigen zunächst sehr hoch, um dann den Motor auszuschalten und im Segelflug weiterzugleiten, bis die Höhe "aufgebraucht" ist. Dann schalten sie den Motor wieder ein, um wieder zu steigen. Eine andere Strategie ist es, ganz langsam und gleichmäßig mit geringer Motorleistung auf einer Höhe zu fliegen.

Spitzenpilot an Bord der e-Genius

Die e-Genius wird von einem der besten Segelflug-Piloten der Welt geflogen: Klaus Ohlmann. In Argentinien hat er den Weltrekord im Streckensegelflug aufgestellt: 3.008,8 Kilometer. Aber auch er ist keine Garantie dafür, dass das Flugzeug seiner Favoritenrolle auch gerecht werden kann. Die Energie der Batterien ist begrenzt und die Rennstrecken sind lang. Es besteht immer die Gefahr, dass die e-Genius mit leeren Akkus auf einem Acker landen muss, während etwa die hocheffizienten Dieselflugzeuge noch genügend Sprit im Tank für den Heimflug haben.

Der Favorit ist der Vorjahressieger

Ein Flugzeug des Modells Stemme S10.
Die Stemme S10 kann den Propeller einklappen und wird damit zum reinen Segelflugzeug.

Hauptkonkurrent um den ersten Platz ist der Vorjahressieger Markus Scherdel mit seiner S10. Sie hat zwar einen normalen Benzinmotor, verfügt aber über einzigartige Konstruktionsmerkmale. Der Propeller kann komplett eingeklappt werden und damit wird die S10 zu einem reinrassigen Segelflugzeug mit entsprechend guter Flugleistung. Der Motor wird eingesetzt um zu steigen oder möglichst auch noch eine Thermik mitzunehmen. "Dann wird der Motor eingeklappt, das Flugzeug in ein Segelflugzeug verwandelt und es gleitet einfach wieder ab. So fliegt das Flugzeug wie in einem Sägezahnprofil", erklärt Pilot Scherdel.

Verbrauchsvorteil Dieselmotor?

Ein Flugzeug des Modells DA 40 in der Luft.
Die DA 40 fliegt mit einem sparsamen Dieselmotor.

Die DA40 dagegen ist ein normales Flugzeug, das einen anderen Vorteil hat: Sie fliegt mit einem Dieselmotor, der ein Drittel weniger verbraucht als ein Benziner. Die Flugingenieure der TU Dresden, erhoffen sich Hinweise darauf, wie sich künftig energieeffizientere Flugzeuge bauen lassen. Diese kleinen Sportmaschinen mit ihren ehrgeizigen Piloten sind für sie perfekte Versuchsobjekte.

Elektroflugzeuge mit großer Zukunft

Nachdem die e-Genius schon den ersten Renntag beherrscht hat, kam sie auch am zweiten Tag weit vor der Konkurrenz ins Ziel und wurde überlegener Sieger des Wettbewerbs. "Die e-Genius ist das Topflugzeuge unter den Elektroflugzeugen", schwärmt Pilot Klaus Ohlmann. Nach dem Rennen sind sich alle Teilnehmer einig: Elektroflugzeuge haben eine große Zukunft vor sich.

Autor: Arno Trümper (SWR)

Stand: 13.10.2013 17:42 Uhr