SENDETERMIN Di, 04.08.15 | 19:45 Uhr | Das Erste

Sind Kaugummis gut für unsere Zähne?

Susanne Holst
Früher waren Kaugummis eher was für Kinder. Mittlerweile sollen sie uns bei der Zahnpflege unterstützen.

Ist schon seltsam, oder? Früher waren Kaugummis eher was für Kinder. Mittlerweile sollen sie uns schon bei der Zahnpflege unterstützen. Aber kann das tatsächlich funktionieren? Und können Kaugummis vielleicht sogar das Zähneputzen ersetzen?

Bei der Aufmachung hier könnte man das zumindest meinen. Dieser Kaugummi enthält sogar Mikro-Granulate zur Reinigung der Zähne. Gegen so richtig fest sitzenden Zahnbelag hilft das jedoch nicht, dazu brauchen sie Polierstoffe und tatsächlich eine Zahnbürste. Denn unter dem mechanischen Druck der Borsten polieren diese Stoffe dann die Zahnoberfläche. Und damit diese Polierstoffe auch wirklich jeden Winkel im Mund erreichen, enthält die Zahnpasta außerdem Tenside.

Das zeige ich Ihnen mal. Diese Tenside bringen die Zahnpasta zum Schäumen. Und auf diese Weise kann sie sich überall gut auf den Zähnen verteilen ohne sofort wieder weggeschwemmt zu werden. Noch wichtiger als Tenside sind nur noch Fluoride. Mit ihrer Hilfe lassen sich mehr als 40 Prozent aller Kariesfälle verhindern, weil sie eine Art Schutzschicht um unsere Zähne bilden.

Welche Wirkung Kaugummis haben

Früher waren Fluoride auch in Zahnpflegekaugummis zu finden. Wegen der Gefahr einer Überdosierung, die paradoxerweise den Zahnschmelz aufweichen kann, sind sie dort heute nur noch selten drin. Wenn den Kaugummis nun aber alle wichtigen Inhaltsstoffe einer Zahnpasta fehlen, wieso empfehlen Zahnärzte sie dann überhaupt?

Wegen des Kauens selbst. Denn allein dadurch, dass wir minutenlang auf einer weichen Masse herum-beißen, beseitigen wir Essensreste zwischen den Zähnen – aber nicht etwa, weil der Kaugummi an unseren Zähnen scheuert, sondern indirekt. Die Kaubewegung, die gaukelt dem Körper vor, er würde Nahrung zu sich nehmen. Und um diese zu zersetzen, muss er Speichel produzieren.

Einige Inhaltsstoffe dieser Kaugummis regen die Speichelproduktion sogar noch zusätzlich an. Und das ist gut, denn beim Kampf gegen Karies gilt: Je mehr Speichel wir produzieren, desto besser. Einerseits spült der Speichel die Essenreste in den Zahnzwischenräumen weg. Noch viel wichtiger aber ist der Speichel, weil er den Zähnen einen Teil der Mineralien zurückgibt, die sie beim Zerkleinern der Nahrung verlieren.

Als zusätzliche Maßnahme helfen Kaugummis also nicht nur bei der Reinigung, sondern auch bei der Vorbeugung! Sie sollten allerdings zuckerfrei sein. Sonst werden die Karies-Bakterien noch mit Nachschub versorgt. Setzt man stattdessen auf den natürlichen Zucker-Austauschstoff Xylit, dann fährt man gleich doppelt gut: Denn der schützt sogar vor Karies! Tatsächlich tötet der Süßstoff Xylit Bakterien ab, weil sie ihn nicht verdauen können. So mag ich Süßes.

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