DasErste.de - Springe direkt zu

Inhalt.
Hauptnavigation.
Suche.

Aufmachergrafik zu Wissen vor 8
Inhalt

Was hat Politik mit Kuscheltieren zu tun?

Folge 310 (Erstausstrahlung: 24.02.2010)

Ranga Yogeshwar (Bild: ARD/Guido Engels) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Ranga Yogeshwar erzählt von einer interessanten Verbindung zwischen einem amerikanischen Präsidenten und einem Kuschelbären. ]
Im Wahlkampf wird ja kein Thema von der Politik verschont. Können Sie sich vorstellen, dass selbst Kuscheltiere davon betroffen sind? Die Geschichte beginnt Anfang des 20ten Jahrhunderts in Amerika: 1902, so heißt es, reiste der damalige US Präsident Theodore Roosevelt in den Bundesstaat Mississippi um einen Grenzstreit mit dem Nachbarstaat Louisiana zu schlichten. Die Gastgeber wollten dem Präsidenten, der ein passionierter Jäger war einen Gefallen tun und nahmen ihn mit auf die Bärenjagd. Offensichtlich war die Ausbeute gering und so fing man einen Bären und band ihn fest.

Dem Präsidenten sollte dann die Ehre zuteil werden, das arme Tier zu erlegen, doch Mr. President lehnte ab. In der Washington Post vom 16. November 1902 erschien daraufhin diese Karikatur: Theodore Roosevelt, der von seinen Freunden Teddy genannt wurde, mit einem kleinen Bären. Dieser Bär wurde bei der Leserschaft sofort zu Teddy´s Bär oder auch Teddybär! Inspiriert durch diese Zeichnung produzierte der New Yorker Süßwarenhändler Morris Michtom einen kleinen Stoffbären, den er ins Schaufenster seines Geschäfts in Brooklyn stellte. Bären galten damals als gefährliche Raubtiere, doch dieser kleine Bär eroberte die Herzen. Man nannte ihn "Teddy-Bär" nach Teddy Roosevelt und der Präsident gab höchstpersönlich seine Einwilligung dazu.

Der Bärenboom erfasste auch Europa: So war es ein Zufall, dass Steiff zur gleichen Zeit bewegliche Bären produzierte. Richard Steiff, der Neffe der bekannten Firmeninhaberin Margarete Steiff entwarf einen kleinen beweglichen Stoffbären mit der Bezeichnung 55 PB – 55cm lang, aus Plüsch und beweglich. Auf der Leipziger Spielwarenmesse 1903 orderte ein amerikanischer Unternehmer 3000 dieser Bären und ein Jahr später auf der Weltausstellung in St. Louis waren es schon 12 000. Überall wurden sie "Teddy" genannt und das ist bis heute so. Roosevelt nutzte den Teddybären sogar bei seinen späteren Wahlkämpfen als Maskottchen.

Die Politik hat sich seitdem verändert, die Bären übrigens auch: Ältere Exemplare besaßen noch eine spitze Schnauze die von Generation zu Generation immer rundlicher wurde. Der Name ist jedoch geblieben: "Teddy" – weil ein Präsident nicht schießen wollte!

Sendetermin
Fr, 19.10.12 | 19:45 Uhr