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Warum drehen sich Knödel im Topf?

(Erstausstrahlung: 19.11.2010)

Ranga Yogeshwar (Bild: ARD/ Martin Valentin Menke ) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Ranga Yogeshwar erklärt, warum sich Knödel im Topf drehen und welche physikalischen Kräfte hier wirken. ]
Ein Zuschauer hat im Kochtopf ein verblüffendes Phänomen beobachtet. Darin befinden sich Knödel, das Wasser kocht und wie von Geisterhand drehen sich die Knödel! Woher stammt der Antrieb? Knödel und auch Klöße, bei denen sich ein ähnlicher Dreheffekt beobachten lässt sind offensichtlich beliebt und es gibt sie in einer unglaublichen Vielfalt: Kartoffelklöße, Hefeklöße, Semmelnknödel ….

Allen gemeinsam ist eine Eigenschaft: Sie sind rund und genau hierin liegt die Lösung. Wenn ein runder Knödel im Wasser schwimmt, dann kennt er kein "oben" und "unten", denn durch die runde Form bleibt der Schwerpunkt immer an derselben Stelle egal wie man ihn dreht. Sie kennen das, wenn ein Ball im Wasser liegt. Man kann ihn dann sehr leicht drehen und benötigt hierzu kaum Kraft.

Im kochenden Wasser bilden sich im Knödel kleine Bläschen. Die symmetrische Kugelform wird also leicht gestört. Da die Unterseite völlig im Wasser eingetaucht ist, können sich die Bläschen dort aufgrund der höheren Temperatur stärker ausdehnen und dadurch bekommt die Unterseite einen leichten Auftrieb. Der reicht dann schon aus, um den runden Knödel zu drehen. Jetzt taucht aber eine andere Partie ein, die vorher aus dem Wasser ragte. Sie wird plötzlich stärker erhitzt, die Bläschen dehnen sich aus und erneut dreht der Knödel im Topf. Vor allem dann, wenn der Topf offen ist, wird das Drehen noch verstärkt, denn unmittelbar über dem kochenden Wasser ist es kälter als im Wasser und diese Temperaturdifferenz reicht aus.

Dadurch ist der obere kältere Teil mit den kleineren Luftblasen immer schwerer als der untere leichtere und leitet die Drehung ein.
Es sind also kleine Unterschiede in der Dichte, welche die Drehung bewirken.

Der Knödel wird damit zu einem thermodynamischen Gebilde, denn durch Expansion von Gasen wird mechanische Arbeit geleistet, wie bei einem Motor.

Etwas Ähnliches kann man übrigens auch beim "Kullerpfirsich", einem beliebten Getränk aus den 50er Jahren, beobachten. Die Sektbläschen dringen in den unteren Teil (des mit einer Gabel angestochenen Pfirsichs), der wird dadurch leichter als der obere Teil, und so dreht sich der Pfirsich im perlenden Sekt. Als Nachtisch zu den Knödel ideal!

Sendetermin
Di, 21.08.12 | 19:45 Uhr