SENDETERMIN Do, 08.12.11 | 19:45 Uhr

Was bedeutet pasteurisiert?

Folge 657

Milchtüte
Wo ist der Unterschied zwischen pasteurisierter Milch oder H-Milch ?

Beim Einkaufen haben Sie die Wahl. Frischmilch oder H-Milch. Doch was genau ist der Unterschied? Milch ist ohnehin ein besonderes Produkt. Wenn sie frisch aus dem Euter kommt, ist sie praktisch keimfrei, denn Milch ist Babynahrung für das Kalb. Doch schon beim Melken gesellen sich jede Menge Keime, wie z. B. Milchsäurebakterien, dazu. Diese Keime vermehren sich fleißig und verändern so die Milch. Ab einer kritischen Zahl von Mikroorganismen kippt dann die Milch. Sie wird sauer. Früher wurde die Milch ohne Behandlung schon nach wenigen Tagen schlecht.

Der französische Chemiker Louis Pasteur erkannte Mitte des 19. Jahrhunderts als erster, dass Bakterien der Grund für das Kippen der Milch waren. Er fand dabei heraus, dass das kurzfristige Erhitzen die meisten Keime abtötet. Durch eine Wärmebehandlung wurde die Milch auch ohne Kühlschrank länger haltbar. So ist das heute gängige Konservierungsverfahren nach ihm benannt: Bei der pasteurisierten Milch wird diese für 15-30 Sekunden auf 72–75 Grad erhitzt. Hierdurch werden 100% aller krankmachenden Keime abgetötet.

Pasteurisierte Milch ist bei 8 Grad etwa 8–10 Tage haltbar. Noch extremer ist das Ultrahocherhitzen: Bei einem sehr hohen Druck von 3bar wird die Milch für gerade mal 1-2 Sekunden auf 135 Grad erhitzt und danach wieder schlagartig abgekühlt. Auch die Verpackung wird auf diese Weise sterilisiert. H-Milch schmeckt jedoch etwas anders, denn bei den hohen Temperaturen verändert sich ein Teil der Eiweißstoffe und der Milchzucker karamellisiert. Dennoch ist H-Milch besser als ihr Ruf. So werden durch dieses aufwendige Verfahren zum Beispiel viele Vitamine erhalten. Das Ergebnis: Die ungeöffnete H-Milch ist sogar über mehrere Monate haltbar.

Sendetermin

Do, 08.12.11 | 19:45 Uhr