SENDETERMIN Do, 06.06.13 | 19:45 Uhr

Warum haben Wein- und Sektflaschen einen gewölbten Boden?

Vince Ebert

Die meisten Wein- und Sektflaschen haben einen gewölbten Boden.

Ist es nur eine stilvolle Einschenkhilfe oder doch ein Marketing-Trick, um voluminöse Flaschen mit hohen Preisen zu rechtfertigen? Kann schon sein. Aber der wahre Grund ist und bleibt ein anderer.

Hier beim Schaumwein dreht sich alles um die feinen goldenen Gasperlen. Da werden horrende Summen bezahlt, dabei sind die prickelnden Bläschen nichts weiter als kleine Heferülpser. Kohlendioxid! Das lassen die Hefepilze bei der Vergärung vom Zucker ab. Dadurch steigt der Innendruck in so einer Sektflasche auf bis acht Bar. Das reicht, um eine Plastikflasche als Wasserrakete über 50 Meter in die Luft zu schießen.

Der Druck beschleunigt den Korken schneller, als Sie rennen können. Auf über 40 Kilometer in der Stunde. So viel Druck muss so eine Flasche erst mal aushalten, vor allem an ihrer Schwachstelle: Dem Boden. Bei hohem Druck schlägt es der Flasche als erstes den Boden aus. Ist der Boden aber gewölbt, wird der Druck leichter an die Wände abgegeben und verteilt. Der Boden ist dadurch stabiler.

Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich: Aber was ist mit der Weinflasche? Da sprudelt nichts, da steht nichts unter Druck. Naja ... Vielleicht sollte man besser sagen: da steht nichts mehr unter Druck. Jede Weinflasche muss kurzfristig doppelt soviel Druck aushalten wie ein Autoreifen! Beim Verkorken wird der Korken nämlich mit dreieinhalb Kilometern die Stunde in den Flaschenhals gestoßen. Das klingt erstmal nicht viel, aber dadurch erzeugt er, wie ein Kolben in einem Zylinder einen sogenannten Verschließdruck, der kurzfristig auf vier Bar hochschnellt.

Erstausstrahlung: 28.12.2012

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Do, 06.06.13 | 19:45 Uhr