SENDETERMIN Mi, 18.09.13 | 19:45 Uhr

Seit wann kennen wir das Prinzip der Schraube?

Vince Ebert

Vince Ebert erklärt das Prinzip der Schraube.

Wenn der Rüsselkäfer etwas zu sagen hätte, wäre seine Antwort beeindruckend: Seit vielen Millionen Jahren hat er nämlich eine kleine Schraube im Bein. Bei ihm werden die Beine nicht durch ein sonst übliches Scharniergelenk mit dem Rumpf verbunden, sondern durch so ein Schraubengewinde. Größe im Original: ein halber Millimeter.

Schon früh haben die Menschen erkannt: Herunter kommen Kugeln und Wasser von allein – hinauf, da muss sich der Mensch etwas überlegen. Seit etwa 2.300 Jahren gibt es sogenannte Schnecken als Rohr. In dieser Bewegungsschraube befindet sich unten eine Kammer, die unter Kraftaufwand wie auf einer Serpentine nach oben befördert wird. Und wie die Serpentine den Aufstieg erleichtert, verringert das Gewinde den Kraftaufwand beim Pressen.

Die ersten Befestigungsschrauben aus Metall tauchten in der Renaissance auf. Bis zur Industrialisierung waren es in der Regel Einzelstücke und Handarbeit. Mutter und Schraube wurden einzeln angepasst. Erst ab 1800 gab es Normen für Gewinde und seit 1880 ersetzten dann Maschinen die Handarbeit.

Wenn die Schraube in ihr Gewinde passt, dann rührt sich auf den ersten Blick nichts. Wenn man aber in die Verschraubung hineinsehen könnte, würde man wie hier im Modell erkennen, wie meine Drehkraft in Spannkraft umgesetzt wird. Die Schraube wird gedehnt und mein Bauteil gestaucht. Irgendwann ist die Reibung zwischen den Bauteilen so stark, dass sie fast untrennbar sind.

Erstausstrahlung: 21.02.2013

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Mi, 18.09.13 | 19:45 Uhr