SENDETERMIN Fr, 14.06.13 | 19:45 Uhr

Warum sind Knöpfe bei Frauen- und Männerhemden unterschiedlich verteilt?

Vince Ebert
Die feinen Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind eine Wissenschaft für sich.

Im Mittelalter war es für einen Mann überlebenswichtig, die Knöpfe auf der rechten Seite zu tragen. Während die Frauen sich um den Herd kümmerten, mussten die Männer raus und sich den vielen Bedrohungen außerhalb der Burg stellen. Da kam es schnell mal zu einem Kampf und es war gut, wenn man ohne Hindernisse ans Schwert kam und das schnell, ohne an der Knopfleiste hängen zu bleiben. Und da auch damals der typische Ritter meistens Rechtshänder war, befanden sich die Knöpfe einfach rechts. Knöpfe als Überlebenshilfe.

Es gibt eine Theorie, die besagt, dass es im 19. Jahrhundert modern wurde, die Knöpfe auf der linken Seite zu tragen. Die wohlhabende Frau mit einer eigenen Zofe, die ihr beim Ankleiden half, hatte es schlicht nicht mehr nötig, sich selber ihre Knöpfe zuzumachen. Damit ihre Bedienstete besser die Bluse schließen konnte, waren die Knöpfe links. Doch diese Theorie hinkt. Denn modische Neuentwicklungen nur für das Personal waren eher unwahrscheinlich. Es ist wohl eher so, dass die Dame von Welt mit den linken Knöpfen wortlos sagen konnte: Seht her – Knöpfe links – ich habe Geld für eine eigene Zofe. Knöpfe als Statussymbol. Eine weitere Theorie besagt, dass der Herr damals traditionell links von seiner Dame ging, damit nur er die Blöße seiner Frau sehen konnte.

Und später hat man die unterschiedliche Knöpfung vielleicht aus einem Grund beibehalten: Die Mode glich sich immer mehr an. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts kleideten sich viele Frauen ähnlich wie Männer. Da war bei so einem Hemd oder so einer Jacke die Knopfleiste der einzige Hinweis, für welches Geschlecht das Kleidungsstück gedacht war.

Erstausstrahlung: 06.02.2013

Sendetermin

Fr, 14.06.13 | 19:45 Uhr