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Aufmachergrafik zu Wissen vor 8 - Zukunft
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Elektronik sichern, wie ein Specht!

Anja Reschke (Bild: ARD/ Harald Cremer) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Nach dem Vorbild des Spechtes soll es möglich sein, empfindliche Elektronik bei starkem Aufprall zu schützen. ]
Mit enormer Kraft hämmert so ein Specht mit dem Schnabel in einen Baum. Sehr effizient, dieser kleine Kopf. Sang-Hee Yoon und Sungmin Park von der University of California wollten nun wissen, ob man nicht einen Stoßdämpfer bauen kann, der – zum Beispiel hochempflindliche Elektronik – genauso schützt wie der Specht sein Gehirn. Die Idee kam ihnen übrigens nachdem sie den Zeichentrickfilm "Woody Woodpecker" im Fernsehen gesehen hatten.

Die beiden Wissenschaftler haben also empfindliche Elektronik genommen – wie zum Beispiel diesen Mini-Sender, der einen Ton sendet. Das wäre also das empfindliche Gehirn, das es zu schützen gilt. Und auch wenn diese Hülse ganz anders aussieht: Was nun drumrum gebaut wurde, entspricht bis in kleinste dem Kopf des Spechtes: Zuerst werden ganz eng Glaskügelchen um die Elektronik gepackt, beim Specht ist das ein poröser Knochen direkt hinter dem Schnabel. Als nächstes kommt ganz eng anliegend Aluminium drumrum, das ist der Schädel, der das Gehirn so fest umschließt, dass es nicht vibrieren kann. Darüber eine flexible Dämpfung, eine absolute Specht-Besonderheit, ein um den ganzen Kopf reichendes Zungenbein. Und zum Schluss ein harter, fester Stahlmantel. Der Schnabel. So sieht der Nachbau aus, wenn er fertig ist. Recht schlicht. So, und jetzt mal schauen, was diese Hülse aushält.

In Versuchen hat diese Hülse einer Beschleunigung bis zu 60.000 g widerstanden. Zum Vergleich: Die meisten Menschen würden eine Beschleunigung von 14 g nicht überleben. So könnte man nach dem Vorbild des Spechtes also Elektronik selbst vor den Folgen übelster Unfälle schützen.Um zum Beispiel aus einem völlig zerstörten Auto immer noch Hilfe rufen zu können. Auch die Hersteller von Flugschreibern sind interessiert. Aber: Die Technik ist natürlich auch prädestiniert für den militärischen Einsatz. Zum Beispiel um in bestimmten Waffen die Zielelektronik zu schützen.

Sendetermin
Mo, 27.08.12 | 19:45 Uhr