SENDETERMIN Di, 13.08.13 | 19:45 Uhr

Graphen – Das neue Wundermaterial

Anja Reschke und Adrian Pflug
Anja Reschke und Adrian Pflug stellen ein revolutionäres Material vor.

Graphen wird das erste zweidimensionale Gebrauchsmaterial in der Geschichte sein. Seine beeindruckenden Eigenschaften machen vielfältige Verwendungszwecke möglich. Es könnte die Welt verändern.

Graphen ist eigentlich nichts anderes als die wabenförmige Anordnung von Kohlestoffatomen in Form eines Maschendrahtzauns ohne dritte Dimension: Es ist härter als Diamant, fester als Stahl und dabei leicht wie eine Feder. Stellen Sie sich mal vor, was das für die Archtitektur oder den Fahrzeugbau bedeutet.

Aber das ist längst noch nicht alles: Graphen könnte ähnliche Wunder im Bereich Elektronik vollbringen, denn es leitet Strom besser als Silicium und dank seiner Felxibilität könnte es noch schnellere Prozessoren und sogar flexible Elektronikbausteine möglich machen. Oder biegsame Monitore und um ein Vielfaches schnellere Datenübertragungswege.

Kein Wunder, dass ganze Industrien große Hoffnungen auf das Wundermaterial Graphen setzen. Aber das wirklich unglaublichste an dieser Geschichte ist für mich das hier: Noch bis vor ein paar Jahren hielt man die Herstellung von Graphen für unmöglich. Die Forscher zerbrachen sich reihenweise den Kopf, mit welcher Hochtechnologie man es vielleicht doch schaffen könnte. Die Lösung war dann so unvorstellbar simpel, dass wir es heute und hier demonstrieren können. Lucas Banszerus war einer der ersten, der es den Nobelpreisträgern, die die Lösung gefunden hatten, nachgemacht hat. Und für den Nachweis, dass es wirklich so einfach ist, hat Lucas den Ersten Preis im Wettbewerb "Jugend forscht" gewonnen. Also Lucas, wie macht man Graphen?

"Von einem Graphit-Block – ähnlich der Mine in einem Bleistift – ziehe ich mit einem Klebestreifen eine Schicht Graphit ab. Die ist jetzt hier auf meinem Klebestreifen. Also noch ein Klebestreifen und abziehen – und wieder ist die Schicht etwas dünner. Das macht man so lange, bis nur noch eine einzige Atomlage übrig ist. Und das ist dann: Graphen."

Der Anfang ist also gemacht. Aber noch sind wir weit davon entfernt, so große Matten Graphen herzustellen, dass man darauf Äpfel legen könnte. Wir alle sind gespannt und haben ein Auge drauf.

Unser Experte:
Daniel Schall, Wissenschaftler bei der AMO GmbH

Erstausstrahlung: 03.12.2012

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Di, 13.08.13 | 19:45 Uhr