SENDETERMIN Mo, 10.02.14 | 19:45 Uhr

Der Ölbohr-Pilz!

Anja Reschke zeigt den Spaltblättling
Das besondere am Spaltblättling ist, dass er einen Schleim auf Zuckerbasis produziert, den er für den Aufbau seiner Zellwände nutzt.

Das Rohöl ist knapp, doch die Nachfrage danach sinkt noch lange nicht. Deshalb werden Verfahren, mit denen auch noch der letzte Rest aus erschöpften Ölquellen gewonnen werden kann, immer wichtiger für die Energie- und Industriebranche. Die derzeit bekannteste Methode zur Erdölförderung ist wohl das Fracking, bei dem ein Gemisch aus biologischen aber auch chemischen Flüssigkeiten in die Erde gepumpt werden.

Besonders umweltfreundlich ist diese Art der Erdölförderung nicht. Ganz anders sieht es mit einem neuen Verfahren aus, dass die deutsche Industrie derzeit erforscht. Dabei hilft ihnen der Gemeine Spaltblättling, ein Pilz der fast auf der ganzen Welt an Baumstämmen wächst. Dieser Pilz produziert einen Schleim auf Zuckerbasis, den er für den Aufbau seiner Zellwände nutzt. Dieser "Schizophyllan" genannte Schleim ist hitzeunempfindlich und zähflüssig wie Erdöl. Dadurch kann der Schleim vermischt mit Wasser das eingeschlossene Erdöl aus Quellen wie Sand- oder Kalkstein lösen. Dabei fördert der Pilzschleim bis zu 15 % mehr Öl aus den Quellen als das Fracking. Nach dem Hochpumpen wird das Gemisch wieder getrennt und der Schizophyllan kann biologisch abgebaut werden.

Unser Experte: Katrin Rausch, Wintershall Holding GmbH

Link: http://www.wintershall.com/technologie/enhanced-oil-recovery/kleiner-pilz-mit-grosser-wirkung.html

Sendetermin

Mo, 10.02.14 | 19:45 Uhr

Linktipp