SENDETERMIN Mo, 13.01.14 | 19:45 Uhr

Der Plasma-Kamm

Anja Reschke kämmt ein Stofftier
Ein leichtes Knistern, ein bläulicher Schimmer, und schon sind Läuse und Zecken aus dem Fell ihres Hundes dahin.

Schön wäre es, wenn es ein einfaches Mittel gegen unerwünschte Mitbewohner wie Milben gäbe – einfach zu handhaben, ohne Gift, ohne Nebenwirkungen. Einfach darüberstreichen und schon gehört mein Kissen wieder mir allein.

Nun, speziell mit den Milben im Bettzeug tut sich die Wissenschaft noch etwas schwer. Aber an anderer Stelle ist neueste Hochtechnologie im Kampf gegen das Ungeziefer schon erfolgreich: Forscher der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen haben einen Kamm entwickelt. Er arbeitet mit kaltem Plasma.

Plasma ist ein Zustand den jedes beliebige Gas – zum Beispiel Luft – unter elektrischer Ladung annimmt. Im Grunde ist kaltes Plasma ein kleiner gezähmter Blitz. Also: Ein leichtes Knistern, ein bläulicher Schimmer, und schon sind Läuse und Zecken aus dem Fell ihres Hundes dahin. Denn die Elektronen gewinnen unter Hochspannung so viel Energie, als wären sie bis zu 80.000 Grad heiß. So heiß wird es normalerweise eigentlich nur auf der Sonne. Alle anderen Bestandteile des Plasmas jedoch bleiben kalt. Deswegen ist das ist für Menschen und Haustier völlig ungefährlich. Nicht aber für kleinere Lebewesen, wie Flöhe zum Beispiel. Das Plasma kriegt sie alle.

Kaltes Plasma ist auch in der Lage, verschiedenste Erreger von Hautkrankheiten zuverlässig zu eliminieren oder zum Beispiel Neurodermitis zu lindern. Und wenn eines Tages das Gerät für Bettwäsche und Textilien auf dem Markt ist, dann muss man bei Läusealarm endlich nicht mehr das halbe Kinderzimmer in die Tiefkühltruhe packen. Wir werden es der Wissenschaft auf Knien danken.

Sendetermin

Mo, 13.01.14 | 19:45 Uhr