SENDETERMIN Sa, 12.05.18 | 20:55 Uhr | Das Erste

Suche Frieden

gesprochen von Gereon Alter (kath.)

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Gereon Alter: Suche Frieden  | Bild: WDR

Vielen Dank für die freundlichen Worte und einen herzlichen Gruß nach Hamburg!
Ich mach’s kurz, weil der Countdown läuft.

Hier auf dem Katholikentag haben sich etwa 70.000 Menschen versammelt. Sie singen, feiern, sind ausgelassen – genauso, wie ihr das gerade in Hamburg erlebt. Und: sie machen sich Gedanken darüber, wie unsere Welt friedlicher werden kann. Münster, das ist die Stadt des "Westfälischen Friedens". Hier ist einer der schrecklichsten Kriege der Menschheitsgeschichte beendet worden: der "Dreißigjährige Krieg."

Und jetzt wird’s hochaktuell: Dieser Krieg ist ausgebrochen, weil Vertreter verschiedener Religionen und Kulturen sich nicht mehr in der Lage sahen, miteinander zu reden. Nur der eigene Glaube und die eigene Weltsicht zählten, das Andere und Fremde wurde diffamiert. Heute würden wir sagen: Da waren Diskriminierung und Populismus im Spiel. Und die haben noch nie etwas Gutes gebracht.

Dass und wie es anders gehen kann, erlebe ich hier auf dem Katholikentag. Denn der ist beileibe nicht nur ein Katholikentag. Hier kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken unserer Gesellschaft miteinander ins Gespräch.  Das ist nicht immer leicht, das ist manchmal ganz schön spannungsreich. Aber es ist allemal besser als übereinander zu reden und einander zu diffamieren.

Wenn also eine Botschaft von Münster nach Hamburg und in die ganze Welt gehen kann, dann die: Wenden wir uns gemeinsam gegen jede Form des Populismus und der Diskriminierung anderer Menschen!

Auch, wenn sie sich noch so gut hinter dem Anspruch auf künstlerische Freiheit versteckt, wie bei der letzten Echo-Verleihung, oder sich als Liebe zur Heimat ausgibt, wie in so mancher AfD-Rede. 

Ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem Antisemitismus wieder salonfähig wird. Und ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Es gäbe weder den ESC in Lissabon, noch eure Party auf der Reeperbahn, noch den Katholikentag hier in Münster, wenn nicht die große Mehrheit aller Menschen das genauso sehen würde.

Die große Mehrheit sehnt sich nach Frieden und ist bereit, fair mit anderen darum zu ringen. Machen wir uns das mal wieder bewusst:

Die große Mehrheit ist gegen Populismus und Diskriminierung.

Und das lasst uns heute ruhig auch mal feiern. In diesem Sinne: einen wunderschönen Abend Ihnen zuhause, eine ganz tolle Party euch noch in Hamburg und natürlich: dir, lieber Michael Schulte, viel Erfolg in Lissabon!

Redaktion: Markus Schall (WDR)

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Sa, 12.05.18 | 20:55 Uhr
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