SENDETERMIN Sa, 17.06.17 | 23:45 Uhr | Das Erste

Das Lächeln des Lebens

gesprochen von Elisabeth Rabe-Winnen (ev.)

Pastorin Elisabeth Rabe-Winnen: Das Lächeln des Lebens

Millionen von Menschen haben sich in der letzten Woche gefragt: Woran glaubst du? Diese Frage ist die Überschrift der ARD Themenwoche. "Woran glaubst du?" Wenn ich mit meinen Konfirmanden genau diese Frage bespreche, dann gucken wir uns einen alten Text des christlichen Glaubens an, das Glaubensbekenntnis. Und dann schauen sich diese Mädchen und Jungen, 12 und 13 und 14 Jahre alt, diesen Text an und überlegen: Kann ich das wirklich so glauben? Und die streichen dann, was sie nicht glauben können. Die streichen Worte wie "allmächtig" oder "Schöpfer" oder "Jungfrau" oder "auferstanden". So streichen die Jugendlichen Worte. Aber sie ergänzen auch welche. Worte wie "Hoffnung" oder "Freundschaft". Und so entstehen ganz eigene Glaubenstexte. Manchmal auch ganz kurze. Ein Konfirmand hatte mal einfach nur stehen: "Ich glaube". Punkt. Woran glaubst du?

In der ARD Themenwoche haben auch Prominente geantwortet. Jeanette Biedermann (zum Beispiel). Sie sagt: Ich glaube an die Liebe und an die Kraft der Liebe, die uns stark macht. Und Heinz Rudolf Kunze sagt: Ich glaube, fürchte ich, an recht wenig. Aber ich möchte glauben, dass nicht alles Zufall ist, sondern es einen Plan gibt. Ich habe auch in meinem Freundeskreis gefragt: Woran glaubst du? Thomas antwortet: An die Hoffnung. Sie kann ein unglaublicher Motor sein.

Und Frida schreibt mir: An Herzensentscheidungen. Und daran dass Loslassen sich lohnt. Und Friederike sagt: Ich glaube, dass ich behütet bin. Und dass ich ohne Gott nicht da wäre, wo ich jetzt bin. Das möchte ich meinen Kindern weitergeben. So wie mich der Glaube meiner Oma geprägt hat. Woran glaubst du? Die Antworten auf diese Frage sind bunt. Viele glauben an Gott. Manche an Wunder. Manche an sich selbst. Manche glauben an gar nichts. Und damit wenigstens daran. Einige suchen den Glauben. Und einige können kraft ihres Glaubens Berge versetzen.

Jeder beantwortet die Frage anders. Persönlich. Es gibt sehr viel, woran ich glaube. Ich glaube zum Beispiel daran, dass der Sommer ohne Erdbeeren ärmer wäre. Und ich glaube dass wir es jeden Tag brauchen angelächelt zu werden – und zurück zu lächeln. Ich glaube, dass Musik Frieden bringt. Und dass Klatschmohn und Ranunkeln die schönsten Blumen sind. Ich glaube solche Dinge. Doch da hört es für mich nicht auf. Mein Glaube hält mein Leben im Innersten zusammen. Es ist der Glaube, den Christen seit Jahrhunderten bekennen. Er ist nicht selbstverständlich immer da. Oft ist er auch angefochten. Von meinem Zweifel. Es ist der Glaube an Gott, den Vater, der alle und alles machte, an Jesus Christus, das Gesicht Gottes, und an den Heiligen Geist, der tröstet.

Ich glaube, dass ich nicht allein bin, und dass ich gewollt bin auf dieser Welt. Ich glaube, dass keiner allein sein soll. sondern dass wir füreinander da sind. Ich glaube, dass er, den wir Gott nennen, da ist. Überall und in jedem. Wie Heimat. Ich glaube, Gott ist ein Gott zum Anfassen; Und er kommt zu mir und dir. Immer wieder. Die Arme offen. Ich glaube, dass der Himmel weit ist, viel weiter als ein Auge sehen kann. Und dass er offen ist, für mehr als sich das Herz vorstellen kann. Daran glaube ich. Und – woran glaubst Du?

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Sa, 17.06.17 | 23:45 Uhr
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