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Bildunterschrift:
Regisseur Urs Egger
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Dieser Film oszilliert zwischen mehreren Ebenen und Genres: "Kennedys Hirn" ist erst einmal ein Porträt von Louise Cantor, 55 Jahre alt, Archäologin, unterwegs an allen antiken Ausgrabungsstätten der Welt, ohne feste Beziehung, ganz in ihrer Arbeit aufgehend. Der Tod ihres Sohnes Henrik weckt Louise auf, und der Schmerz über diesen Verlust paart sich mit der Erkenntnis, dass sie sich selbst über die Jahre unmerklich abhanden gekommen ist. Der erste Teil des Films ist also ein Drama, und dass hier der Trauer, dem Zurückgelassensein der Hauptfigur so viel Raum gegeben wird, hat mir von Anbeginn gefallen.
Vor allem im zweiten Teil wird "Kennedys Hirn" dann ein politischer Thriller und Road Movie, der nach Afrika führt und das Elend dieses Kontinents thematisiert und damit einhergehend die Widersprüche westlicher Hilfsbemühungen und Interessen.
Wie immer bei Henning Mankell ist auch dieser Roman geprägt von Athmosphäre und Ambivalenz, die es adäquat zu übersetzen galt. Und in keinem seiner Romane ist die Wahrheit so fragmentarisch, so sehr dem Konjunktiv verhaftet wie in "Kennedys Hirn".
Hier musste das Drehbuch von Nils-Morten Osburg konkreter werden, ohne den Mankellschen Pessimismus zu verlassen. Wir hoffen, dass dies nicht zuletzt durch das Ende des Films deutlich wird.
Mein großer Dank gilt Iris Berben, die uns mitnimmt auf die Reise der Louise Cantor und die diesen Film in fast jeder Einstellung trägt und formt.
Urs Egger, Regisseur