Der gelbe Rolls-Royce
(The yellow Rolls-Royce)Spielfilm Großbritannien 1964
Der distinguierte englische Diplomat Marquis von Frinton kauft seiner bezaubernden jungen Frau Eloise zum zehnten Hochzeitstag einen prächtigen Rolls-Royce. Sie langweilt sich jedoch an seiner Seite und hat eine Affäre mit Frintons Assistenten John Fane. Eloise begleitet Frinton zum Pferderennen nach Ascot, wo sie sich heimlich mit Fane verabredet. Sie will ihm nach Caracas folgen. Frinton, dessen Pferd Favorit im Wettbewerb um den Goldpokal ist, verlässt angespannt die Rennbahn, um Eloise zu suchen. Er findet sie im Rolls-Royce – aber nicht allein.
Jahre später gelangt das Auto in den Besitz des amerikanischen Mafiosi Paolo Maltese, der es seiner schnippischen Verlobten Mae Jenkins auf einer Italienreise schenkt. Das frühere Garderobenmädchen aus Brooklyn hat überhaupt keinen Sinn für die kulturellen Seiten von Paolos Heimat. Als dieser vom Syndikat in die Staaten zurückbeordert wird, kümmert sich bald nicht nur der loyale Leibwächter Joey um Mae, sondern auch der Straßenfotograf und begnadete Gigolo Stefano. Dieser weckt in ihr ungeahnte Gefühle von Freiheit und Leidenschaft, doch Joey rät zur Vorsicht. Schweren Herzens nimmt Mae Abschied von Italien und von Stefano. Auch der Rolls-Royce bleibt zurück und bekommt 1941 einen neuen Besitzer: die resolute Mrs. Gerda Millett, eine amerikanische Witwe mit besten Kontakten zur feinen Gesellschaft. Obwohl der deutsche Angriff auf Jugoslawien unmittelbar bevorsteht, hat sie es sich in den Kopf gesetzt, mit dem Auto zum Königshof nach Belgrad aufzubrechen. Der serbische Widerstandskämpfer Davich bringt sie dazu, ihn über die Grenze zu schmuggeln. Widerwillig lässt sie sich darauf ein, doch rasch findet sie an dem charmanten Rebellen und dem politischen Abenteuer Gefallen. Nach dem stürmischen Empfang in Davichs Bergdorf funktioniert sie das noble Gefährt kurzerhand zum Truppentransporter für die Partisanen um.
Anthony Asquith gelang ein bittersüßer und farbenprächtiger Episodenfilm mit Starbesetzung: Shirley MacLaine als mutig-melancholische Ganovenbraut, Alain Delon als idealtypischer Latin Lover, Jeanne Moreau als sinnliche Glückssucherin und Ingrid Bergman als selbstbewusste Abenteuerin. Das Rolls-Royce-Modell "Phantom II" gerät zum Symbol eines trügerischen Materialismus, der mit dem melodramatischen Schicksal seiner Besitzer kontrastiert.
| Rolle | Darsteller |
|---|---|
| Marquis von Frinton | Rex Harrison |
| Eloise von Frinton | Jeanne Moreau |
| John Fane | Edmund Purdom |
| Mae Jenkins | Shirley MacLaine |
| Paolo Maltese | George C. Scott |
| Stefano | Alain Delon |
| Joey | Art Carney |
| Gerda Millett | Ingrid Bergman |
| Davich | Omar Sharif |
| Hortense Astor | Joyce Grenfell |
| Regie: | Anthony Asquith |
| Buch: | Terence Rattigan |
| Kamera: | Jack Hildyard |
| Musik: | Riz Ortolani |


