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10.02.2012

Marienhof
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Beinahe-Ex mit Klammerreflex?

Yvonne Burbach über ihr Rollen-Alter-Ego Frida  

Yvonne Burbach als Frida Stein (Bild: ARD/Jo Bischoff) Bild vergrößern Bildunterschrift: Yvonne Burbach spielt Frida Stein. ]
Können denn Toni Verhaag (Sandra Koltai) und Dr. Nic Stein (Hendrik Borgmann) nicht einfach mal in Ruhe glücklich sein, jetzt, wo sie endlich zusammengefunden haben? Anscheinend nicht, denn nun macht Frida Stein (Yvonne Burbach), Noch-Ehefrau von Nic, den beiden das Leben schwer. Was führt sie nur im Schilde? Im Interview gewährt Schauspielerin Yvonne Burbach Einblicke in das Seelenleben der attraktiven Intrigantin – und auch in ihr eigenes.

DasErste.de: Yvonne, als Frida Stein, Noch-Ehefrau von Dr. Nic Stein, kommst du wahrscheinlich vor allem für Toni recht überraschend in den "Marienhof". Was machst du denn dort so plötzlich?

Yvonne Burbach: David möchte Toni unbedingt für sich zurückgewinnen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Gegen Bezahlung engagiert er Frida, damit sie einen Keil zwischen Toni und Nic treibt. Es ist aber nicht nur das Geld, weshalb Frida auf den Deal mit David eingeht: Auch sie will Nic zurück, nicht unbedingt, weil sie ihn liebt. Sie will nur das wiederhaben, was ihr jemand genommen hat – ihren Mann.

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?

Bevor ich meine Gastrolle bei "Marienhof" begonnen habe, hab ich mich eingehend mit dem Rollenprofil der Frida beschäftigt. Als Schauspieler stellt man sich dann Fragen wie "Wo kommt diese Person her?", "Was hat sie bisher erlebt?", "Was ist ihre Motivation?". Das ist wichtig, damit eine Rolle nicht zu eindimensional wird. Natürlich ist Frida ein durchtriebenes Stück, ein Luder, das keine Gesetze kennt. Darüber hinaus ist sie aber auch eine Frau, die von ihrer Vergangenheit geprägt wurde. In Gesprächen haben die "Marienhof"-Producerin und ich dann gemeinsam die Rolle der Frida erarbeitet.

Yvonne Burbach und Christian Volkmann (Bild: ARD/Jo Bischoff) Bild vergrößern Bildunterschrift: Yvonne Burbach mit Kollege Christian Volkmann: Als Frida und David wollen sie Nic und Toni auseinander bringen. ]
Hast du privat auch schon mal um einen Mann gekämpft, der sich in eine andere Frau verliebt hatte? Hast du also schon mal versucht, eine Konkurrentin auszustechen?

Nein, privat hab ich das noch nie gemacht. Frida ist eben eine Kämpferin, eine Spielerin. Dagegen bin ich privat eher jemand, der wenig kämpft. Damit meine ich nicht, dass ich nicht für etwas einstehen kann. Ich bin nur davon überzeugt, dass man emotionale Angelegenheiten nicht manipulieren kann. Ich glaube, dass die Dinge so passieren, wie sie sollen – übrigens nicht nur in Liebesbeziehungen, sondern auch in Freundschaften. Ich lasse Gefühlen nun mal gerne Zeit, sich zu entwickeln – egal in welche Richtung.

Viele Zuschauer kennen dich ja noch aus der ARD-Daily "Verbotene Liebe", wo du von 2001 bis 2006 die Hauptrolle der Cécile de Maron gespielt hast. Gerade letztes Jahr hast du in sehr vielen Fernsehproduktionen mitgespielt, aber in keiner Soap. War es schwer für dich, nach einer Pause von vier Jahren wieder in den zügigen Dreh-Rhythmus einer Daily Soap zurückzufinden?

Am Anfang ist das schon immer eine Umstellung. Man dreht am Tag ja nicht nur vier bis fünf, sondern eher zehn bis elf Szenen. Aber ich mag Serien sehr gerne – und ich mag das Tempo bei der Arbeit.

Viele Schauspieler haben es ja nach einer jahrelangen Hauptrolle in einer Soap schwer, den Sprung in andere Rollen und Produktionen zu schaffen. Wie war das bei dir?

Ich hatte sehr viel Glück. Wenn man jahrelang eine Rolle in einer Daily spielt, bekommt man unweigerlich einen Stempel aufgedrückt. Dann ist es für einen Schauspieler oft schwer, andere, neue Rollen zu bekommen. Manche Menschen auf der Straße sprechen mich heute noch mit "Cécile" an. Am Anfang hab ich das wirklich unterschätzt, wie sehr die Leute einen Darsteller mit seiner Figur identifizieren. Das braucht eine Weile, bis die Zuschauer einen wieder anders sehen können. Da muss erst mal die Leinwand sauber gewaschen werden. Dann kann sie von Neuem mit Inhalt gefüllt werden. Ich hab das zum Beispiel gemacht, indem ich nach meiner Rolle als Cécile erst mal am Theater gespielt habe.

Nic und Frida (Bild: ARD/Jo Bischoff) Bild vergrößern Bildunterschrift: Das Objekt der Begierde: Frida will ihren Ex Nic um jeden Preis zurückgewinnen. ]
Für viele Menschen ist die Schauspielerei ja ein Traumberuf. Für dich auch? Würdest du noch mal Schauspielerin werden wollen?

Ja klar, auf jeden Fall! Es gibt außergewöhnlich schöne Drehtage. Die meisten Leute haben jedoch ein falsches Bild von diesem Beruf: Sie denken, Schauspieler stehen spät auf, gehen mittags in die Maske und lassen sich dort erst mal schön machen, dann arbeiten sie noch ein bisschen. Die Realität sieht anders aus: Früh aufstehen, lange Drehtage, Außendrehs egal bei welchen Temperaturen, Text lernen, auch abends und am Wochenende. Schauspielerei ist harte Arbeit! Dann kommt noch der mentale Druck dazu: Wie geht es nach einer Rolle weiter? Ruft heute jemand mit einem Angebot an, oder vielleicht morgen? Es gibt Zeiten, in denen man zu Hause sitzt und wartet, dass das Telefon klingelt. Oft hat es nichts mit der schauspielerischen Leistung zu tun, wenn man eine Rolle nicht bekommt. Da wird eben eine blonde Frau gesucht, egal wie toll ich im Casting war. Das ist manchmal hart.

Unter Schauspielern gilt es teilweise sogar als verpönt, in einer täglichen Serie mitzuspielen. Wie siehst du das?

Viele meiner Kollegen sehen sich als Künstler. Sie würden nie in einer Serie mitspielen, weil sie sich nicht festlegen lassen möchten, sich größtmögliche Freiheit wünschen und sich als Weltenbummler begreifen. Für mich hat es dagegen etwas sehr Beruhigendes, einen Vertrag in den Händen zu halten und zu wissen, wie die nächste Zeit aussieht.

Wie ergeht es dir bei "Marienhof"?

Ich bin bei "Marienhof" sehr, sehr freundlich aufgenommen worden. Ich habe sehr nette Kollegen und das Arbeiten ist äußerst familiär. Es herrscht ein großer Teamgeist, viel Liebe, Engagement und Eifer. Selbst bei Nachtdrehs bei minus zehn Grad ist die Laune noch bestens. Kurz gesagt: Ich fühl mich sehr wohl!

Wie lange wirst du bei "Marienhof" noch zu sehen sein?

Meine Gastrolle endet Anfang des Sommers.

Und wo wohnst du, wenn du nicht gerade in München drehst?

Ich wohne seit zehn Jahren in Köln. Zwischen Weihnachten und Neujahr bin ich in eine neue Wohnung in Köln gezogen – eine ganz süße Altbauwohnung. Aber sie ist noch ziemlich leer und ein paar Kartons stehen noch herum, weil ich bisher nur wenig Zeit fürs Auspacken und Einrichten hatte. Aber das mach ich dann eben, wenn ich wieder in Köln bin.

Liebe Yvonne. Vielen Dank für das Interview und noch weiterhin viel Spaß bei "Marienhof" – und beim Kistenauspacken!

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