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Maike von Bremen spielt Juliette Gagnon.
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Schokolade ist fassbar, greifbar und vor allem essbar gewordenes Glücksgefühl. (Wim Wenders)
Seit Ende letzten Jahres entdeckt der "Marienhof" seine sinnliche Seite: Runde, zart schmelzende Chocolatier-Kreationen sind dafür verantwortlich. Die selbst gemachten Pralinen überwältigen die Bewohner, lassen sie in Verzückung geraten und wecken in ihnen lang unterdrückte Leidenschaften und Bedürfnisse. Juliette Gagnon (gespielt von Maike von Bremen) heißt die junge Konditorin, die die verführerischen Naschereien herstellt. Mit ihnen und ihrer sinnlich-verführerischen Art macht sich die Halbfranzösin bald Freunde in dem Kölner Stadtteil. Im Interview verrät uns Maike von Bremen, wie es ihr bei "Marienhof" ergeht und wie es privat um ihre Konditorenkünste bestellt ist.
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Das "Back Dat"-Team: Kerstin, Heidi und Juliette
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DasErste.de: Maike, was ist diese geheimnisvolle Juliette Gagnon eigentlich für ein Mensch und was ist das Besondere für dich an dieser Rolle?
Maike von Bremen: Juliette ist eine weise, intuitive und medial veranlagte Frau voller Empathie und Weitsicht. Sie hat schon viel von der Welt gesehen und besitzt einen recht exotischen Charakter. Ihre Pralinen stellt sie nicht nur selbst her, sondern setzt sie auch dazu ein, Menschen in bestimmten Lebenslagen zu helfen, sie zu heilen oder auf den richtigen Weg zu führen. Was mich an der Rolle der Juliette fasziniert: Die meisten "Marienhof"-Charaktere sind sehr naturalistisch angelegt, scheinen wie aus dem Leben gegriffen. Juliette dagegen ist so etwas wie eine "Marienhof"-Mary-Poppins. Sie weiß mehr als andere und besitzt etwas sehr Märchenhaftes. Und: Juliette bringt Strukturen durcheinander. Für mich ist sie das Gewürz in der Suppe. Würde ich so jemand wie Juliette privat treffen, würde ich mir denken: "Was für eine interessante Frau!"
Apropos privat: Wie sieht es eigentlich privat mit deinen Back- oder Konditorenkünsten aus?
Oh, leider ganz gruselig, ich kann nämlich gar nicht backen! Meine Freundinnen haben deswegen schon so über mich gelacht, als sie sich die ersten Folgen "Marienhof" mit mir angeschaut haben. Zwar gibt’s vor Weihnachten immer ein kollektives Plätzchenbacken mit Freunden. Aber ich bin dann eher diejenige, die vom Teig nascht oder die Streusel über die Plätzchen schüttet. Aber wer weiß? Vielleicht lass ich mich ja von meiner Rolle inspirieren und hol das Pralinenmachen anschließend nach. Ich hab mich schon öfter zu etwas Neuem von Rollen anregen lassen.
2008 hast du ja bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg die Indianerfrau Ribanna dargestellt und musstest in dieser Rolle auch sehr viel reiten. War das auch so ein Fall von Inspiration?
Ich war nie ein großer Pferdenarr wie andere Mädchen, obwohl mich diese Tiere schon immer fasziniert haben. Bis zu meiner Rolle als Ribanna hatte ich gedacht, dass ich eher ein ängstlicher Typ bin. Dann musste ich gezwungenermaßen in den Sattel und anderthalb Monate lang pro Vorstellung vor 8.000 Leuten durch Sturm und Gewitter die steilsten Abhänge hinuntergaloppieren – also insgesamt haben mich rund 295.000 Leute so gesehen. Das Reiten hat mir irgendwann so viel Spaß gemacht, dass ich nach meinem Engagement bei den Karl-May-Spielen noch weiterhin bei einem Bekannten in der Nähe von Berlin in der Natur ausgeritten bin.
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Drei ist einer zu viel: Kerstin steht zwischen Juliette und Raul.
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Viele Zuschauer kennen dich ja noch aus "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", wo du von 2002 bis 2008 die Hauptrolle der Sandra Lemke gespielt hast. War es schwer für dich, nach einer Pause von zwei Jahren wieder in den stressigen Dreh-Rhythmus einer Daily Soap zu kommen?
Überhaupt nicht. Aber ich habe nach meiner Zeit bei GZSZ ganz bewusst nicht gleich wieder eine Serien-Hauptrolle angenommen. Nach sechs Jahren Sandra Lemke hatte ich noch nicht wieder das Bedürfnis, mich lange an eine Rolle zu binden – obwohl es eine unglaublich tolle, wertvolle Zeit bei GZSZ war. Ich war ja erst 21, als ich dort mit dem Drehen anfing – ein Alter, in dem es die meisten richtig krachen lassen. Als Hauptrolle muss man dagegen viel Disziplin aufbringen.
Wie gefällt es dir bei "Marienhof"?
Sehr gut! Ich hab bei "Marienhof" unglaublich warmherzige Kollegen angetroffen. Zum Glück hab ich in der Beziehung noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Aber die Schnelligkeit, in der ich in das "Marienhof"-Team integriert wurde, ist nicht zu toppen. Ich konnte mich am Anfang gar nicht vor Angeboten retten, dass mir jemand half oder Gesellschaft leistete. Toll! Außerdem hab ich meine Kolleginnen Maike Billitis (Rolle Kerstin Töppers) und Verena Mörtel (Rolle Heidi Torg) sehr ins Herz geschlossen. Sie sind inzwischen schon richtige Freundinnen geworden.
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Kerstin und Juliette küssen sich.
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Hast du für die Rolle der Juliette Gagnon eigentlich an einem Casting teilgenommen?
Ja, sicher. Ich war die erste von acht Frauen, die zusammen mit Maike Billitis gecastet wurden. Maike und ich hatten beim Spielen sofort einen Draht zueinander, weshalb ich nach unserer gemeinsamen Szene auch ein sehr gutes Gefühl hatte. Maike hat mir dann später verraten, dass sie nach dem Casting gesagt hat: "Für mich ist die Sache klar. Ich hätte gerne die Maike!" Das hat mich natürlich sehr gefreut.
Und wie gefällt es dir in München?
München ist großartig! Vor allem die Münchner Gemütlichkeit und Herzlichkeit gefällt mir sehr. Hier komme ich prima zur Ruhe. Meine Berliner Freunde haben schon Angst, dass ich nach Ablauf meiner sechsmonatigen Gastrolle bei "Marienhof" für immer hier bleiben möchte, weil ich jedes Mal am Telefon so von München schwärme.
Liebe Maike, vielen Dank für das Interview und noch eine schöne Zeit in München und bei "Marienhof"!