Inhalt.
Hauptnavigation.
Weitere Inhalte.
Außer am Fantag kann man seinen "Marienhof"-Stars wohl nie näher sein als am Set – vor allem wenn man genau neben seinem Lieblingsstar agieren darf. Es ist einfach eine ganz besondere Erfahrung, Studioluft zu schnuppern und den Schauspielern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu gucken. Aber wie kommt man zum "Marienhof"-Set? Als Komparse natürlich!
Bildunterschrift:
Die Gäste im "Foxy" jubeln den Twist-Contest-Gewinnern Heidi und Carlos zu.
]
Heute ist kein ganz gewöhnlicher Drehtalltag bei "Marienhof", denn ein Twist-Contest im "Foxy" steht auf dem Programm. Und was braucht man für gute Stimmung kurz vor dem Siedepunkt? Gute Musik, Diskolichter und viele bunte (am Set natürlich alkoholfreie) Cocktails. Ist das alles? Fehlt da nicht noch eine Kleinigkeit? Klar, Leute natürlich – und zwar nicht zu wenig! Denn was ist eine Party ohne Gäste?
Szenen sehen schnell steril und künstlich aus, vor allem, wenn bei einem Fest außer den Hauptdarstellern niemand sonst tanzt. Um Leben in eine Szene zu bringen, benötigt man also Komparsen. Heute ist gleich ein ganzes Dutzend von ihnen mit von der Partie beziehungsweise Party. So viele braucht die Regisseurin Katrin Schmidt, um den Eindruck eines gut gefüllten "Foxy" zu vermitteln.
Da hier heute kein ganz normaler Diskoabend, sondern ein Twist-Contest stattfindet, sind die Komparsen auch dementsprechend gestylt: Bunte Kleider, Blusen, Schuhe und Schmuck im 50er- und 60er-Jahre-Look versprühen nostalgischen Charme. Trotz tollem Styling – richtig gut sieht die Szene anschließend im Fernsehen nur aus, wenn sich die Komparsen ganz natürlich bewegen. Auch sie wollen wie die "Marienhof"-Darsteller inszeniert werden, ihre Bewegungen geplant und der Umgang mit ihnen gelernt sein. Wer das macht? Das ist heute Aufgabe der Regieassistentin Inga Taube. Sie erklärt jedem einzelnen Komparsen vor dem Dreh ganz genau, was er zu tun hat.
Bildunterschrift:
Schnuppert Komparsen-Luft: Alexandra Zagorac aus Augsburg
]
Während die "Marienhof"-Stars ihre aufwändige und schweißtreibende Twist-Choreografie performen, tanzen im Vor- oder Hintergrund Komparsen, nippen an Cocktails (in denen natürlich kein Alkohol ist), unterhalten sich, gehen umher oder wippen zur Musik. Damit das Ganze so natürlich wie möglich wirkt, müssen Komparsen unbedingt eine goldene Regel beachten: Niemals in die Kamera gucken!
Eine von ihnen macht ihren Job ganz besonders gut, so als hätte sie nie etwas anderes in ihrem Leben getan: Alexandra Zagorac aus Augsburg. Toll sieht sie aus in ihrem Blümchenkleid und dem Gürtel um die schlanke Taille – fast wie ein "Marienhof"-Star! Wie ein alter Kamera-Hase gibt sie sich völlig locker und selbstbewusst vor der Kamera. Und das, obwohl sie heute das erste Mal als Komparsin bei einem Dreh dabei ist!
Dazu sei es auch noch auf recht ungewöhnliche Weise gekommen, wie uns die junge Frau in einer kurzen Drehpause erzählt. "Ich hab die Komparsenrolle vor vier Wochen in einem Gewinnspiel eines Radiosenders ergattert", erklärt uns Alexandra strahlend. Ohne allzu große Erwartung habe sie bei der Radiostation angerufen. "Ich konnte gar nicht fassen, als ich tatsächlich die Komparsenrolle gewonnen hatte", so die 29-Jährige. Zwar schaue sie regelmäßig "Marienhof", aber nie habe sich vorstellen können, einmal selbst dabei zu sein. "Und dann noch bei so einem tollen Dreh!", schwärmt Alexandra. "Ich bin leidenschaftliche Tänzerin, also war das heute für mich die perfekte Szene." Und was sagen Familie und Freunde zu dem Gewinn? "Meine Freundinnen waren etwas skeptisch und meinten: 'Traust du dir das echt zu?' Die waren aufgeregter als ich", lacht Alexandra. Trotz ihrer inneren Ruhe ist die Augsburgerin aber auch total begeistert. "Ich bin ein großer Fan von Verena Mörtel, der Darstellerin der Heidi Torg. Die find ich einfach klasse!", gibt Alexandra zu. Gerne würde sie als Komparsin mal wieder bei "Marienhof"-Dreharbeiten mitmachen. Der heutige Tag sei eine richtig schöne Abwechslung zu ihrem Alltag als Mutter und Verkäuferin in einem Möbelhaus gewesen. Und auch dem Team bleibt Alexandras Freude und Talent nicht verborgen: Gleich nach Drehende gibt sie ihre Kontaktdaten an eine Mitarbeiterin von "Marienhof" weiter.
Bildunterschrift:
Was wäre ein Straßenfest ohne Menschen? Im vergangenen Oktober kamen beim Außendreh gleich Dutzende Komparsen zum Einsatz.
]
Man muss jedoch nicht unbedingt auf ein Gewinnspiel hoffen, um als Komparse bei "Marienhof" mitspielen zu können. Mit ein bisschen Glück geht es auch über eine Komparsenagentur. Produktionsfirmen wie die Bavaria, die zum Beispiel für "Marienhof" einen hohen Bedarf an Komparsen haben, telefonieren nicht mehr selbst mit den einzelnen Personen, sondern kaufen ganze Pakete von Agenturen. Im Fall von "Marienhof" heißt diese "Producer’s Friend" und befindet sich auch auf dem Bavaria-Gelände.
"80 bis 100 Komparsen bucht der 'Marienhof' täglich bei uns, das macht im Jahr rund 4.000 Einsätze", erklärt Marc Körber, Geschäftsführer von "Producer’s Friend". "Die Chancen, mal bei 'Marienhof' dabei zu sein, sind gut bei dem hohen Komparsenbedarf der Soap", weiß Körber.
Klar verdiene man sich als Komparse keine goldene Nase. "Dafür kann man seinen Stars aber mal hautnah bei ihrer Arbeit zuschauen. Wann ist das sonst möglich?" Für fünf Stunden erhalte ein Komparse netto 40 Euro. "Für jede weitere Stunde gibt es jeweils fünf Euro zusätzlich und für Nachtdrehs natürlich Zuschläge", so der Geschäftsführer der Agentur.
Übrigens: Als Komparse muss man keine Model-Maße besitzen. Ein Klempner wird nicht mit jemandem besetzt, der aussieht wie Brad Pitt. "Für einen Handwerker suchen wir natürlich jemanden, der dem gängigen Klischee eines Handwerkers entspricht. Wir brauchen also alle möglichen verschiedenen Typen", erklärt Körner.
Was muss ein Komparse denn können? "Er sollte auf jeden Fall Enthusiasmus und Film- und Fernsehinteresse mitbringen – und Geduld. Längere Wartezeiten sind vor allem bei TV-Filmen an der Tagesordnung. Da geht das Drehen längst nicht so flott wie bei Serien. Manchmal sind zehn Stunden Dreharbeiten für zehn Minuten Film nötig. Das sollte einem klar sein", erläutert der Geschäftsführer der Komparsen-Agentur. Und wie sieht es mit Aufstiegschancen aus? "Anhand des Talents oder Typs werden Komparsen manchmal auch für kurze Texte besetzt. Dann spricht man von Kleindarstellern und nicht mehr von Komparsen", erläutert Körner.
Ob Kleindarsteller oder Komparse, ob mit oder ohne Text – Dabeisein ist doch alles. Immer wieder erzählten Komparsen der Agentur begeistert von unvergesslichen Drehtagen. Und wer weiß, vielleicht schafft es Alexandra ja bald als Kleindarstellerin vor die "Marienhof"-Kamera? Immerhin wurde sie kurz nach ihrem Auftritt im "Foxy" für weitere Jobs angeheuert und gehört damit nun zum festen Komparsenstamm des "Marienhofs". Es wird viel passieren …!