89/09 - Mein Kalender der Gefühle
3. Teil - Donnerstag, 19. März
Die "Ossietzky"-Affäre
(Länge: 3:43 min)
Philipp Lengsfeld war zu Gast im Studio
(Länge: 4:03 min)
Die Carl-von-Ossietzky-Schule in Berlin Pankow ist eine Eliteschule des DDR-Bildungssystems. Hier geht z. B. auch Karsten Krenz zur Schule, der Sohn von Egon Krenz, dem späteren Generalsekretär der DDR.
Seit 4 Wochen erst ist der 16jährige Philipp Lengsfeld Ende 1988 Schüler an dieser Schule. Überraschend hatte der Schuldirektor nach einem Wunsch der FDJ die Genehmigung erteilt, eine "Speaker’s Corner" im Schulgebäude einzurichten. Auf dieser Wandzeitung sollten Schülerinnen und Schüler öffentlich und unzensiert ihre Meinung äußern dürfen.
Philipp Lengsfeld und andere nutzten diese Freiheit, um politische Aussagen aufzuhängen. Sie wollten über die Bewegung der polnischen Solidarnosc, aber auch über den zunehmenden Rechtsextremismus in der DDR diskutieren.
Sehr schnell wurde das Angebot der Schule "von oben" verboten – der Direktor der Schule "entmachtet" und der Schüler Philipp Lengsfeld von der Schule verwiesen! Für die damalige DDR ein großer Skandal, der intern zur Staatsangelegenheit aufstieg.
Autor des 3. Teils: Wolf Siebert, RBB Berlin



