3500 Seemeilen - Live
Rückschau: Sendewoche vom
18.07.2011 bis 22.07.2011
Unterwegs mit dem Schwergut-Frachter "Anne-Sofie"
Diesen und vielen anderen Fragen geht unsere Reporterin nach, auf der Schifffahrtsroute vom griechischen Hafen Piräus über Rosyth in Schottland bis nach Rotterdam.
Ein Schiff für schwere Fracht
Die "Anne-Sofie" ist ein Frachter der Reederei SAL, die sich auf Schwergut-Transporte spezialisiert hat. Die Schiffe der SAL können riesige, sperrige und besonders schwere Frachten befördern und mit ihren eigenen Kränen auch verladen.
Erst 2008 lief die "Anne-Sofie" vom Stapel. Sie ist mit ihren beiden großen Kränen in der Lage, Frachtstücke von 1.400 Tonnen Gewicht eigenständig zu löschen. Solche Einsätze, die immer eine besondere logistische Herausforderung sind, gehören zum Tagesgeschäft des Frachters.
Die Mannschaft
Jeder Morgen an Bord beginnt mit einem Frühstück in der Messe. Wie verständigen sich die größtenteils aus Deutschland und von den Philippinen stammenden Seeleute untereinander? Welche Aufgaben hat die Besatzung eines hochtechnisierten Schiffs auf See? Wie oft sehen die Crewmitglieder ihre Familien? Und: Aus welchen Gründen entschließen sich heute junge Leute, einen Beruf auf einem Schiff zu ergreifen? Das möchte unsere Reporterin in Gesprächen mit den Besatzungsmitgliedern in Erfahrung bringen.
Der Bauch des Schiffes
Die Maschine ist das Herz des Schiffes. Wenn sie nicht läuft, dann herrscht an Bord Stillstand. Mit ihrem über 17.000 PS starken Dieselmotor erreicht die "Anne-Sofie" eine Geschwindigkeit von 20 Knoten - das ist ausgesprochen schnell für einen Frachter.
Über den gewaltigen Diesel wacht nicht mehr ein ölverschmierter Maschinist, der ständig lauscht, welche Geräusche Kolben und Ventile von sich geben. Ob mit der Maschine alles in Ordnung ist, das prüfen ständig unzählige Sensoren und zeigen dies den Schiffstechnikern im Maschinenkontrollraum an.
Im Hafen
In unserer Reportagewoche steuert die "Anne-Sofie" den Hafen Rosyth an der schottischen Ostküste an. Für die Ein- und Ausfahrt gehen Lotsen an Bord, die alle tückischen Stellen und die oft wechselnden Untiefen der Hafengewässer genau kennen.
Während der Liegezeit herrscht an Bord Hochbetrieb. Mit einem engen Zeitplan werden große und schwere Frachtstücke gelöscht und neue an Bord genommen. Damit alles reibungslos ablaufen kann, muss im voraus alles präzise geplant sein.
Die Reederei und ihre Zukunft
Die drei Lettern "SAL" stehen für " Schiffahrtskontor Altes Land". Dieser Name verrät: Die Reederei der "Anne-Sofie" ist ein ursprünglich deutsches Schifffahrtsunternehmen. Doch 2007, kurz vor der Kiellegung des Schiffs, ging die SAL ein Joint Venture mit "K"-Line ein, einer japanischen Großreederei. Am 30. Juni 2011 übernahmen die Japaner die SAL zu 100 Prozent.
Damit endet ein Kapitel einer deutschen Unternehmens- und Familiengeschichte, in der unter anderem auch das Engagement für Boatpeople vorkommt: Mitte der 80er Jahre war eines der SAL-Schiffe unter dem Namen "Cap Anamur II" in humanitärer Mission unterwegs. Reporterin Sabine Heinrich wird mit einem Mitglied der Gründerfamilie über die Vergangenheit und Zukunft der Reederei sprechen.
Reporter: Sabine Heinrich
Redaktion: Martin Hövel
Autor: Heinz Pohl
Aufnahmeleitung: Gabriele Pille, Thobias Fritz
Kamera: Günter Schüller, Axel Weber
Technik-Team: Jan Aulenkamp, Thorsten Bachmann, André Günther, Oliver Hanika
Grafik/Animation: Kirsten Friedrichs



