Leben mit dem Tod
Sendewoche vom 09.11.2009 bis 13.11.2009
Donnerstag, 12. November 2009
Video 1: Im Krematorium
(Länge: 6:02 min.)
Video 2: Ungewöhnliche Gräber
(Länge: 6:49 min.)
Der Waldfriedhof
Am dritten Tag ihrer Live-Reportage besucht Ingeborg Haffert den Waldfriedhof in Duisburg. Auf dem mit großen Bäumen bestandenen parkartigen Friedhof gibt es neben konventionellen Gräbern seit einigen Jahren auch eine ganze Reihe von individuellen Bestattungsformen. Auf unterschiedlichste Weise können hier Urnen beigesetzt werden.
Die Einäscherung der Verstorbenen findet in einem hochmodernen Krematorium statt. Die Hinterbliebenen können in einem ruhigen Raum von ihrem Verstorbenen Abschied nehmen, bevor in einem schlichten Saal der Sarg dann auf einer Art Schiene in eine Brennkammer gefahren wird.
Die Einäscherung dauert rund drei Stunden, erklärt Krematoriumsleiter Harald Siegmund. Die Asche werde danach dann in eine Urne gefüllt. Eine Verwechslung sei dabei absolut ausgeschlossen, denn man gebe mit jedem Verstorbenen einen kleinen speziell gekennzeichneten Schamotte-Stein in die Brennkammer, der immer die Identifizierung der Asche ermögliche.
Für die Beisetzung haben hier in den letzten Jahren viele Angehörige die sogenannte anonyme Urnenbestattung gewählt. An einer nur den Friedhofsmitarbeitern bekannten Stelle wird die Urne dann auf einer Wiese beigesetzt. Friedhofsverwalter Peter van de Wetering war zunächst erstaunt, dass diese Bestattungsform oft gewünscht wurde.
Im Nachhinein allerdings, sagt er, hätten viele Hinterbliebene festgestellt, dass ihnen ein fester Platz zum Trauern fehle, manche hätten sogar darum gebeten, die Urne in ein für sie erkennbares Grab umbetten zu lassen, etwa eine traditionelle Grabstätte, mit Grabstein und eigener Bepflanzung.
Daneben gibt es hier aber auch andere Möglichkeiten. Etwa Rasenreihengräber, bei denen die Urne auf einer Wiese beigesetzt wird und eine kleine, flach ins Gras eingelassene Grabplatte erhält. Oder Baumgräber, die in einem waldähnlichen Areal des Friedhofs unter großen Bäumen liegen. Die Angehörigen haben auch hier einen Ort zum Gedenken, denn die Gräber sind mit Findlingen gekennzeichnet, auf denen der Name und die Lebensdaten des Verstorbenen stehen können.
Gerade in den letzten Jahren wird diese Art der Bestattung immer öfter gewünscht. Vermutlich, weil sie so naturnah ist. Die Vorstellung, dass die Überreste eines Verstorbenen im Schatten eines großen Baums wieder in den natürlichen Kreislauf aus Werden und Vergehen eingehen, versöhnt manchen ein wenig mit der Unausweichlichkeit des Todes.







