Leben mit dem Tod
Sendewoche vom 09.11.2009 bis 13.11.2009
Mittwoch, 11. November 2009
Video 1: Die Seelsorgerin
(Länge: 7:27 min.)
Video 2: Die Hospiz-Mitarbeiter
(Länge: 5:49 min.)
Im Hospiz
Reporterin Ingeborg Haffert ist diesmal zu Gast im Hospiz St. Hedwig in Köln-Rondorf. Vor ihrem ersten Besuch des Hauses war ihr mulmig, doch nachdem sie die hellen, freundlichen Räume betrat und die sehr offene und herzliche Atmosphäre kennen lernte, die zwischen den Mitarbeitern und den Bewohnern hier herrscht, änderte sich das schlagartig.
Bei ihrer Vorbesichtigung hatte sie auch mit einer Bewohnerin gesprochen, die sich bereit erklärte, während der Sendung mit ihr zu sprechen. Das war vor gerade einmal sechs Tagen. Inzwischen ist die ältere Dame, die an einer unheilbaren Lungenerkrankung litt, verstorben. Kurz zuvor hatte sie noch ein Gedicht für das große Gedenkbuch geschrieben, das auf einem Tisch ausliegt und an die Verstorbenen des Hauses erinnert. Seit dem letzten Jahreswechsel haben sich rund hundert Gäste – so werden die Bewohner hier genannt – darin verewigt.
Mitarbeiterin Regina Schürheck ist gerade dabei, das Zimmer, in dem die Dame bis vor wenigen Tagen gewohnt hat, für den nächsten Gast vorzubereiten. Trotz mancher trauriger Erlebnisse im Berufsalltag, erklärt sie, sei es immer auch wichtig, sich im Team eine gewisse Heiterkeit zu bewahren.
Natürlich sei das nicht ganz einfach, wenn von einem auf den anderen Tag ein neuer Gast ein Zimmer bewohne, in dem eine ganze Zeit jemand gewohnt habe, den man gut kennen gelernt hat und der nun verstorben sei. Doch es sei bei den Mitarbeitern üblich, noch einmal zu verstorbenen Gästen in das Zimmer zu gehen, wenn man sie nicht selbst beim Sterben begleitet habe. So könne man besser Abschied nehmen und sich auf einen neuen Gast einstellen.
Martin Wiegandt leitet das Hospiz. Eine seiner wichtigsten Aufgaben sei es, danach zu schauen, wie seine Mitarbeiter mit den alltäglichen Problemen klarkommen, sagt er. Das müsse ständig geschehen und nicht erst nach der Arbeit. Regelmäßig alle zwei Wochen gebe es außerdem Teamsitzungen, bei denen auch über Emotionen gesprochen werde. Gezielt erinnere man sich dann an bestimmte Situationen, um sich auf diese Weise frei zu machen von den schweren Erlebnissen, die man hier oft habe.
Unsere Reporterin möchte dann noch erfahren, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit jemand hier als Gast in eines der zehn Zimmer aufgenommen werde. Grundsätzlich habe jeder, der an einer schweren, zum Tode führenden Krankheit leidet, die Möglichkeit, hier aufgenommen zu werden, erklärt Martin Wiegandt. Die Patienten müssen dafür auch nichts bezahlen, denn die Kranken- und Pflegekassen übernehmen den größten Anteil, ergänzt werde dies noch durch Mittel des Träger- und des Fördervereins.







