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12.03.2010

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Leben mit dem Tod

Sendewoche vom 09.11.2009 bis 13.11.2009


Die Schule für Bestatter

Im fränkischen Münnerstadt besucht unsere Reporterin Ingeborg Haffert eine Schule, die in ihrer Art weltweit einzigartig ist: Hier werden Bestatter praxisnah ausgebildet. Neben jungen Berufsanfängern können sich hier auch erfahrene Bestatter weiterbilden.

Viele der jungen Leute, die hier einen Teil ihrer dreijährigen Ausbildung absolvieren, haben sich für diesen Beruf entschieden, weil er sehr vielseitig ist. Wer ihn ausüben will, der muss sowohl handwerkliche, organisatorische, psychologische und kaufmännische Fertigkeiten besitzen. Und er darf natürlich keine allzu großen Berührungsängste im Umgang mit Toten haben.

Doch Stephanie Weinschröder, eine Schülerin im dritten Ausbildungsjahr, gesteht, dass auch sie noch immer gewisse Berührungsängste habe. Das sei zwar bei weitem nicht mehr so schlimm wie ganz am Anfang, doch das müsse wohl auch so sein, erklärt sie. Auf diese Weise könne man pietätvoll mit dem Verstorbenen umgehen. Und das heißt für sie: Mit dem leblosen Körper so umzugehen, als sei es ein lebendiger.

Für Ottmar, einen ihrer Mitschüler, war auch die Vielseitigkeit der entscheidende Grund, warum er sich für diesen Beruf entschieden hat. Er war eine zeitlang arbeitslos, habe dann ein Praktikum bei einem Bestattungsunternehmer absolviert und sich daraufhin entschieden. Bei einer Beerdigung dürfe nichts schief gehen, erklärt er. Denn jeder Fehler, alles was von den Angehörigen als würdelos empfunden wird, könne den Trauerprozess stören.

Zu den handwerklichen Fertigkeiten, die die Auszubildenden in Münnerstadt erlernen, gehört unter anderem, wie Särge mit Beschlägen bestückt und ausgekleidet werden. Auf dem benachbarten Lehrfriedhof können sie das Ausheben und Gestalten von Gräbern üben. Zu den weiteren Unterrichtsfächern zählen Dekoration, Hygiene, Materialkunde und Trauerpsychologie.

Bei Psychologin Irena Papacek erfahren die Auszubildenden, wie sie mit den Trauernden umgehen sollten. Denn die Bestatter sind in einem besonderen Maß mit der Trauer der Angehörigen konfrontiert. In vielen Fällen sei es hilfreich, beim Gespräch den Hinterbliebenen die nötige Ruhe für ihre Trauer einzuräumen. Doch in manchen Fällen von besonders heftiger Trauer sei es auch nötig, sich um spezielle Hilfsangebote für die Trauernden zu kümmern.
Ingeborg Haffert in der Bestatterschule in Münnerstadt (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Ingeborg Haffert in der Bestatterschule in Münnerstadt ]
Stephanie Weinschröder (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Stephanie Weinschröder absolviert das dritte Ausbildungsjahr. ]
Werkstatt (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Sie lernt hier unter anderem... ]
Stoff wird an Sarg befestigt (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: ... wie man Särge mit Beschlägen versieht und innen auskleidet. ]
Irena Papacek (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Irena Papacek unterrichtet hier Trauerpsychologie. ]

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