Archiv: Stadt der Zukunft - Zukunft der Stadt
Sendewoche vom 26.04.2010 bis 30.04.2010
Countdown für die Expo - zu Gast im deutschen Pavillon
Freitag, 30. April 2010
Video 1: Der deutsche Pavillon außen
(Länge: 6:45 min.)
Video 2: Die Ausstellung im deutschen Pavillon
(Länge: 5:23 min.)
Video 3: Das deutsche Expo-Highlight
(Länge: 6:58 min.)
Auch im deutschen Pavillon wächst die Nervosität. Drei Jahre lang haben die 300 Mitarbeiter auf diesen Tag hingearbeitet. "Balancity – Stadt in der Balance" lautet das Motto, unter dem die Deutschen hier ihre Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zeigen, in einem großen Pavillon, der stattliche 50 Millionen Euro gekostet hat.
Von außen mutet das Gebäude mit seinen vielfach gebrochenen hellen Flächen und wechselnden Elementen dynamisch an. Architekt Lennart Wiechell erklärt, dass der Gedanke der Balance beim Entwurf eine zentrale Rolle gespielt habe – der Eindruck von kippenden und fallenden Baukörpern stehe für Dynamik. Auf der anderen Seite sei Transparenz eine wichtige Grundidee – an vielen Stellen sei der Pavillon nach außen hin offen und biete Ausblicke in viele Richtungen. Lennart Wiechell möchte, dass sein Gebäude mit den Besuchern kommuniziert und auf vielfältige Weise ihre Phantasie anregt.
Rein technisch betrachtet sei das Bauwerk unter anderem im Hinblick auf den Energiebedarf sehr innovativ. Mit einem gewissen Luftraum dazwischen sind alle Flächen der Fassade mit einem Gewebe bespannt. Es ist ein Material, das sonst meist für den Sonnenschutz von Fenstern verwendet wird. Das Bauwerk heize sich durch diese Bespannung und die begrünten Dachflächen deutlich weniger auf, der Energieverbrauch der Klimaanlage könne auf diese Weise deutlich gesenkt werden, erläutert Wiechell.
Bei einem kurzen Rundgang durch das Innere des Pavillons gibt Kreativdirektor Peter Redlin unserem Korrespondenten einen Einblick in das Konzept der Ausstellung. So bilden die einzelnen Bereiche verschiedene "Welten". Man könne sich auf diese Weise etwa mit wenigen Schritten von der "Welt des Gartens und der Freizeit" in die "Welt der Arbeit" begeben. Dort werden 100 Produkte gezeigt, die alle sowohl in Deutschland entworfen, als auch dort hergestellt sind.
Von Haushaltsgeräten reicht das über Bürostühle bis hin zu Designerlampen. Wichtig sei bei diesen beispielhaften Produkten, dass sie für Nachhaltigkeit und gutes Design stehen, eben das, was deutsche Ingenieurstätigkeit im Bewusstsein vieler auszeichne. Diese Auffassung werde im besonderen Maße von den Chinesen geteilt, bestätigt Jochen Graebert: Ziemlich teuer, aber verdammt gut und extrem beständig – diesen Ruf haben deutsche Produkte bei vielen Chinesen.
Nach diesem Einblick in einen kleinen Teil der Ausstellung macht unser Korrespondent noch einen Abstecher zum großen Highlight der deutschen Präsentation. Es ist die "Energiezentrale": Ein mehrstöckiger dunkler Raum, in dessen Mitte eine Kugel mit einem Gewicht von über einer Tonne hängt. Sie hat einen Durchmesser von drei Metern und ist wie ein moderner Hightech-Fernseher mit vielfarbigen Spezial-Leuchtdioden besetzt.
Durch eine intelligente Steuerung kann von leuchtenden Punkten über psychedelisch wirkende Muster bis hin zu Dokumentaraufnahmen aus den letzten Jahrzehnten deutscher Geschichte alles Mögliche auf der Kugel sichtbar werden. Außerdem lässt sie sich in Bewegung versetzen. Dies alles geschieht interaktiv: Mit ihrer Bewegung und ihrer leuchtenden Erscheinung reagiert sie auf die Geräuschatmosphäre der Besucher.
Doch dies ist nicht ein reines Hightech-Spektakel. Die menschliche Dimension verstärken zwei junge Animateure, eine Chinesin und ein Deutscher, die sich auf einer Kreisbahn zwischen den Besuchern und der Kugel bewegen. Sie fordern das Publikum auf, aktiv zu werden. So machen die Besucher die Erfahrung, dass sich ihre Energie auf die Kugel überträgt, dass sie selbst eine phantastische und einzigartige Kombination aus Lichtern und Bildern auf der Kugel gestalten – ein Sinnbild dafür, wie wir Menschen durch unser Handeln unseren Planeten prägen.







