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09.02.2012

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Planspiel Atomkrieg
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Hintergrund

Fast vierzig Jahre, zwischen 1953 und 1989, lebten die Deutschen im Schatten der Atombombe. Deutschland drohte in dieser Zeit der nuklearen Abschreckung zum potenziellen Schauplatz eines "atomaren Schlagabtausches" zu werden. Regelmäßig gab es Proteste gegen den "atomaren Wahnsinn", weil Abschreckung immer auch das Risiko der Selbstzerstörung in sich trug. Dennoch wurden die Zerstörungstechnologie und die nuklearen Planspiele von den Supermächten immer weiterentwickelt.

Für viele war es ein Schock, als Mitte des Jahres 2008 durch die Zeitungen ging, dass auch heute, 20 Jahre nach Ende des Kalten Kriegs, noch immer US-Atomwaffen in Westdeutschland lagern. Alte Ängste kamen wieder hoch und die Erinnerung an die Zeit des Kalten Krieges, in der sich die Supermächte waffenstarrend und feindselig gegenüberstanden und ein Krieg mit Atomwaffen drohte.

Die zweiteilige SWR-Dokumentation "Planspiel Atomkrieg" führt zurück in diese fast vergessene Zeit. Sie erzählt die Geschichte der Abschreckungspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg – von den Fünfzigern bis in die neunziger Jahre, von Adenauers Kampf um die Bombe zum Nato-Doppelbeschluss mit der Stationierung der sowjetischen SS-20-Raketen im Osten und der amerikanischen Pershing-II-Raketen im Westen.

Die SWR-Autoren Thomas Fischer (Teil 1) und Gabriele Trost (Teil 2) zeigen, wie auch Deutschland zum Schauplatz eines Atomkriegs hätte werden können.

Trotz der großen Gefahr konnte jahrzehntelang kein Ausweg aus dieser Situation gefunden werden. Ost und West verhandelten, parallel aber wurde weiter gerüstet und in Manövern und Planspielen immer wieder der Atomkrieg simuliert – jeweils mit demselben Ergebnis: Ein Überleben ist so gut wie ausgeschlossen.

Die Dokumentation präsentiert neue Dokumente, Filme und Fotos und lässt Experten und Zeitzeugen zu Wort kommen, darunter der frühere sowjetische Botschafter in der Bundesrepublik, Valentin Falin, der SPD-Politiker Egon Bahr, der damalige Verteidigungsminister Dr. Hans Apel und der SPD-Politiker Dr. Erhard Eppler, der sich in der Friedensbewegung engagierte.


Konrad Adenauer (Bild: dpa) Bildunterschrift: Konrad Adenauer ]




Egon Bahr (Bild: SWR) Bildunterschrift: Egon Bahr ]




Thomas Fischer (Bild: privat) Bildunterschrift: Autor Thomas Fischer ]




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