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(© SWR) In Orten mit knappem Wohnraum tummeln sich immer mehr Firmen, die Vermittlungen oder angeblich exklusive Vorschläge gegen Vorkasse anbieten. PLUSMINUS zeigt Beispiele.
Schicke Wohnung in guter Lage zu bezahlbarem Preis gesucht? Vor allem in Großstädten ist das ein Lotteriespiel.
Schon länger auf der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe ist auch ein junges Paar. Plötzlich gibt es einen Hoffnungsschimmer: Eine Firma namens „HaWoMa“ bietet in Hamburg provisionsfreie Wohnungen an.
Laura Sewing ruft sofort dort an. Leider waren die Wohnungen schon weg, aber sie sollte direkt vorbeikommen und sich einige andere Wohnungen anschauen.
In einem Büro-Gebäude in Hamburg Altona zeigt man Laura eine Liste mit verschiedenen Wohnungen, die in Hamburg courtagefrei sein sollen. Das Angebot: Zugang zu Angeboten über das Internet gegen einen Pauschalbetrag von 150,- Euro. Das erschien Laura günstig, denn Wohnungen sind in Hamburg teuer. Als ihr Freund dazu kommt, hat sie das Geld schon bezahlt und den Vertrag unterschrieben.
Ihr Freund Patrick Krink ist allerdings weniger begeistert. Er wundert sich, dass schon im Voraus Geld verlangt wird. Eine Datenbank mit courtagefreien Wohnungsangeboten erscheint ihm nicht wirklich attraktiv. Bei Internet-Wohnungsbörsen wie „Immobilienscout“ oder „Immonet“ beispielsweise kann man ebenfalls courtagefreie Wohnungen finden, man muss nur ein bisschen länger suchen und sie sind kostenlos.
Wieder zu Hause, geben die beiden den Namen „HaWoMa“ im Internet ein und sind schockiert. Gleich der erste Treffer ist ein Artikel: „Abzocke auf dem Wohnungsmarkt“.
Eine Anruf beim Mieterverein zu Hamburg bringt Gewissheit: Es liegen bereits zahllose Beschwerden über die Firma vor. Die Wohnungen in den Listen sind allgemein bekannt. Die Forderung des Pauschalbetrages vor Abschluss eines Mietvertrages ist illegal und nach dem Wohnraumvermittlungsgesetz verboten.
2009 hat der Mieterverein deswegen bereits eine Firma „Wimmo“ verklagt. Nun machen Firmen wie die „HaWoMa“ mit der gleichen Masche weiter…
Und solange viele auf Wohnungssuche sind, wird sich die Masche noch ausbreiten, befürchtet der Mieterverein.
Gemeinsam mit dem betrogenen Pärchen will PLUSMINUS die saubere Firma zur Rede stellen. Doch an der Tür fehlt das Firmenschild und die Nachbarn erzählen von Umzugsplänen.
Für seriöse Immobilienvermittler wie „Immonet.de“ sind solche Betrüger ein Problem. Denn auch auf ihren Internetseiten schalten die unseriösen Konkurrenten Anzeigen.
Bei ungefähr einer Million live gestellten Online-Exposés sieht sich das Portal nicht in der Lage, lückenlos zu kontrollieren. Gibt es Hinweise von Kunden auf unplausible oder anscheinend unseriöse Angebote, wird das verfolgt, gesperrt und das Online-Exposé deaktiviert.
Laut Hinweisen des Mietervereins zu Hamburg sind derzeit noch zwei weitere Firmen mit der gleichen Masche unterwegs. Sie heißen: Pro-Wohnen Hamburg und Luxes.
Und es gibt noch eine zweite Masche: Dabei locken Vermieter aus dem Ausland mit attraktiven Immobilien.
Jochen Germann sucht eine Bleibe in München. Auf sein Inserat meldet sich eine Rebecca Maier aus Spanien und bietet ihm eine Wohnung in Schwabing zum Schnäppchenpreis. Die Sache habe nur einen kleinen Haken. Plötzlich kann die Vermieterin angeblich nicht mehr nach Deutschland kommen - berufliche Verpflichtungen. Er sollte den Mietpreis von rund 1200,- €, also drei Monatsmieten, im Voraus überweisen. Nach der Überweisung würde er dann per Post Schlüssel und Mietvertrag zugeschickt bekommen.
Doch Jochen Germann ist skeptisch und stellt kritische Nachfragen. Daraufhin endet der Mail-Kontakt plötzlich abrupt. Das ist sein Glück, denn die Masche ist ebenfalls in der Branche bekannt. In der Regel gibt es diese Wohnungen oder Immobilien gar nicht und das Geld ist im Ausland verschwunden.
Faustregel: Immer, wenn um Vorkasse gebeten wird, heißt es: Finger weg!
Deutscher Mieterbund
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Broschüre des Deutschen Mieterbundes 2009
erhältl. bei den örtlichen Mietervereinen od. gg. Verrechnungsscheck zu bestellen bei:
DMB-Verlag, 10169 Berlin
www.mieterbund.de
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 02.02.2010. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.