Inhalt.
Hauptnavigation.
Weitere Inhalte.
Bildunterschrift:
Nicht jedes Vergleichsportal liefert die günstigsten Tarife.
]
(© NDR) von Verena von Ondarza
Wir suchen einen Vollkaskoschutz für einen vier Jahre alten Golf mit einer Laufleistung von etwa 10.000 Kilometern im Jahr, der ansonsten in einer Garage untergestellt wird. Über vier Vergleichsportale suchen wir nach der günstigsten Versicherung und erhalten vier unterschiedliche Ergebnisse. Immer gewinnt ein anderer Anbieter mit einem anderen Tarif. Das liegt daran, dass nicht alle Portale mit allen Versicherern Verträge geschlossen haben. Fred Wagner vom Institut für Versicherungslehre der Universität Leipzig meint dazu: „Ein Vergleichsportal, bei dem die besten Versicherungen gar nicht erst vertreten sind, kann auch nicht die besten Ergebnisse produzieren.“
Aber es gibt noch einen weiteren Haken: Nicht immer erfüllen die vorgeschlagenen Tarife die angegebenen Wünsche. „Tiefstpreisgarantie“ verspricht Check24, Marktführer bei den Vergleichsportalen. Aber beim günstigsten Tarif, dem der Allsecur, ist die Selbstbeteiligung doppelt so hoch, wie von uns gewünscht. Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten hält ein solches Ergebnis nicht für seriös: „Ein Vergleich ist nicht seriös, wenn man Vorgaben macht, die aber im Ergebnis des Vergleichs nicht abgebildet werden. Außerdem ist auffällig bei Check 24, dass der Marktführer, die HUK, nicht dabei ist. Insofern ist so ein Vergleich eher zweifelhaft.“
Der Marktführer hat einfach ein eigenes Portal eröffnet: Transparo.de. Nur dort lässt sich die HUK listen. „Ich glaube nicht, dass es Aufgabe von Versicherern ist, selbst Portale zu betreiben und sich selbst letztendlich möglicherweise auf die ersten Plätze zu hieven“, kritisiert Thorsten Rudnik. Und tatsächlich: Bei unserer Stichprobe landen auf den ersten Plätzen fast nur Tarife der Portalbetreiber WGV und HUK.
Besonders merkwürdig daran ist, dass ausgerechnet Transparo das einzige Portal mit zertifizierter Neutralität ist - geprüft durch den TÜV Saarland. Auf Anfrage teilt uns der TÜV Saarland mit, dass man bislang nur Transparo zertifiziert habe und zwar im Auftrag der Eigentümer. Bei Transparo sind inzwischen etliche Versicherer ausgestiegen, unter anderem der unmittelbare Konkurrent der HUK, die Allianz.
Was ist so ein Portal dann noch wert? Versicherungsexperte Fred Wagner räumt mit einem Missverständnis auf: „Portale werden von der Öffentlichkeit durchaus für Verbraucherschützer gehalten. Das sind sie nicht. Sie sind Unternehmen mit einem eigenen Geschäftsmodell. Und im Regelfall handelt es sich rechtlich um Versicherungsmakler.“
Das Geschäftsmodell der Portale ist ein reines Provisionsgeschäft. Für jede Versicherung, die über eine Vergleichsseite abgeschlossen wird, zahlen die Versicherer eine Provision an das Portal. Bei Kfz-Versicherungen liegt die bei etwa 80 Euro pro Vertrag.
Aber für Kfz-Versicherungen gibt es eine Alternative zu den kommerziellen Vergleichsportalen: zum Beispiel nafi-auto.de. Es vergleicht Kfz-Versicherungen ohne Provisionen zu kassieren und listet mehr als doppelt so viele Tarife auf wie andere Portale.
Für den Vergleich von Strom- und Gastarifen empfiehlt ARD-Computerexperte Jörg Schieb zum Beispiel das Portal verivox.de, für Finanzprodukte financescout24.de, vergleich.de und toptarif.de. Vor einem Vertragsabschluss sollte man sich jedoch immer in mehr als nur einem Vergleichsportal informieren.
Vergleichsrechner Kfz-Versicherung
Nafi@net AG
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 19.11.2011. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.