Rückschau: Geldanlage 2010 in Finanzprodukte
Sendeanstalt und Sendedatum: BR, Samstag, 16. Januar 2010
Bildunterschrift: ]
Für Sparer dürfte das neue Jahr keine Überraschungen bringen, da sind sich die Experten einige. Die Zinsen bleiben wohl vorerst auf niedrigem Niveau. Mit einem Anstieg ist frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres zu rechnen. Und auch nur dann, wenn es zu einem dauerhaften Wirtschaftsaufschwung kommt.
Mit einem Tagesgeldkonto macht der Privatanleger deshalb wohl derzeit wenig falsch. Mit die höchsten Zinsen bieten, so die Analysen der FMH-Finanzberatung, im Moment folgende Anbieter:
- Die Santander Direkt Bank verzinst Tagesgeld mit 2,10 %.
- Bei 1822direkt bekommen Neukunden 2,00 %.
- Und auch die ING-DiBa zahlt für Neueinlagen 2,00 %
"Tagesgeld ist immer eine gute Möglichkeit flexibel zu bleiben und sein Geld zu parken", meint die unabhängige Finanzberaterin Stefanie Kühn. "Wer lieber die Sicherheit für ein halbes Jahr möchte, der macht ein Festgeld, länger würde ich mich persönlich da nicht festlegen."
Unser nächster Blick gilt Anleihen. Darunter versteht man festverzinsliche Wertpapiere, die zum Beispiel von Staaten oder von Unternehmen herausgegeben werden und in der Regel höhere Zinsen bringen als Tagesgeld, Festgeld oder Sparbriefe. In der Vergangenheit konnten Anleger vor allem mit Unternehmensanleihen gut verdienen. Doch für dieses Jahr sind die Erwartungen eher gedämpft.
"Die hohen Renditen, die teilweise während der Finanzkrise, aber auch vor der Finanzkrise in manchen Bereichen möglich waren, die wird es nicht mehr geben", davon ist Anleihen-Analyst Christoph Rieger von der Commerzbank überzeugt. "Und von daher muss man sich einfach mit einem – ich sage mal - risikolosen Zins abfinden, der etwas im Bereich zwischen 3 % und 4 % bei einer Laufzeit von 10 Jahren liegen wird, in den kommenden Jahren. Das ist einfach die Welt in der wir jetzt leben."
Kommen wir zu den Aktien. Wer diese Anlageform im vergangenen Jahr gewählt hat, ist damit gut gefahren. Der Dax zum Beispiel hat um mehr als 20 % zugelegt. Und auch für das Börsenjahr 2010 sind viele Bankhäuser optimistisch. Zwar werden den Prognosen zufolge die Renditen nicht mehr so hoch sein wie 2009 aber 5 % bis 10 % könnten durchaus drin sein. Allerdings sind nicht alle Branchen aussichtsreich. "„Wir wissen ja nicht wirklich, ob die Krise schon überstanden ist und die Wirtschaft auch in dem prognostizierten Maße anspringt", erklärt Eberhard Rohe, Bereichsleiter Privatkunden der DAB Bank. "Und von daher sollte man sich schon auf Branchen fokussieren, die eher konjunkturunabhängig sind. Wir sehen hier die Versorger, die Telekommunikationsbranche und die Versicherer. Und genau da finden wir auch die Dividendenstärksten Titel."
Bei diesen Aktien profitiert der Anleger nicht nur von Kursgewinnen, sondern auch von den Gewinnausschüttungen der Unternehmen. Hier einige Beispiele :
Bei der spanischen Telefonica, die im Eurostoxx notiert, liegt die Dividendenrendite im Moment bei 6,20 %, beim DAX-Wert RWE liegt sie bei 5,91 %. E.ON lockt mit 5,25 % und der Rückversicherer Munich Re mit 5,06 % .
Fazit: Wer auf Nummer sicher gehen will, legt sein Geld derzeit am besten auf ein Tagesgeldkonto. Höhere Renditen versprechen für 2010 vor allem Aktien. Wichtig ist hier allerdings eine sorgfältige Auswahl.
Bericht: Martina Schuster
Stand: Mitte Januar 2010
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 16.01.2010. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

