Rückschau: Sanfte Sauna - was bringen Dampfbäder, Rotlicht & Co?
Sendeanstalt und Sendedatum: RBB, Sonntag, 6. Dezember 2009
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Manche mögen’s heiß: In einer echten finnischen Sauna herrschen meist schweißtreibende Temperaturen von 90 °C. Das bedeutet Hochleistungssport für Kreislauf und Stoffwechsel: Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt. Vergleichsweise "kühl" mit etwa 45 °C ist das Dampfbad. Doch auf den Kreislauf hat es eine ähnlich starke Wirkung wie die klassische Sauna. Denn im Dampf kann bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit der Schweiß nicht verdunsten, der Körper kann also nicht abkühlen. Für beide Formen gilt: Die starken Reize verkraftet nicht jeder.
Eine sanfte Alternative ist das "feuchte Warmluftbad", auch Sanarium genannt. Hier empfangen den Sauna-Freund eine Temperatur von nur 50 – 60° C und eine Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. Die sanfte Sauna wird auch gelegentlich als Bio-Sauna bezeichnet. Doch mit der herkömmlichen Bedeutung von "Bio" hat diese Saunaart nichts gemeinsam. Die niedrigeren Temperaturen fordern den Kreislauf weniger stark und tun den Schleimhäuten gut. Darum darf hier sogar mancher rein, für den die heiß-trockene finnische Sauna tabu ist, wie beispielsweise Badegäste mit Atemwegserkrankungen oder einem milden Bluthochdruck. Ein weiterer Pluspunkt: Man kann sich mehr Zeit lassen. 15 bis 30 Minuten pro Saunagang kann man die angenehme Wärme entspannt genießen. Ein Gang "ins Warme" statt "ins Heiße" lohnt sich in jedem Fall: Die niedrigeren Temperaturen wirken nach Ansicht von Experten genauso günstig auf Kreislauf und Immunsystem wie die finnische Sauna. Anders ist es mit der "Lichttherapie", die oft in Sanarien angeboten wird. Die Beleuchtung mit wechselnden Farben empfinden zwar viele als angenehm, doch dafür sind spezielle Wirkungen nicht nachgewiesen.
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Aufgüsse gibt es in der sanften Sauna nicht. Beim Saunabaden in der finnischen Sauna sollte man damit vorsichtig sein, wenn man empfindliche Atemwege hat. Das gilt besonders für Kinder. Oft werden den Aufgüssen ätherische Öle zugesetzt. Diese Aromastoffe können Bronchien und Lunge reizen und zu unangenehmen Hustenattacken führen. Bei sehr kleinen Kindern kann es sogar zu Atembeschwerden kommen. Doch Kleinkinder sind sowieso in einer sanften Sauna besser aufgehoben.
Egal ob heiße finnische Sauna oder das softe "Warmluftbad": Die Abkühlung nach jedem Gang gehört immer dazu. Nur dann ziehen sich die erweiterten Gefäße schnell zusammen und der niedrige Blutdruck erreicht wieder Normalniveau. Wer jedoch nach der Sauna zu warm duscht, riskiert einen Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps.
Auf der anderen Seite sollte man es jedoch als Bluthochdruck-Kandidat mit der Abkühlung eher langsam angehen lassen. Das Tauchbecken ist dann keine gute Wahl, denn durch den Kälteschock steigt der Blutdruck sehr schnell nach oben und das kann unter Umständen gefährlich werden. Günstiger ist dann das Abkühlen mit dem Kaltwasserschlauch. Dabei duscht man sich von unten nach oben und von den Extremitäten in Richtung Herz langsam ab. Nach der Abkühlung kann man dann wieder Wärme genießen: Empfehlenswert ist ein warmes Fußbad. Es fördert die Durchblutung der Haut und erzeugt ein anhaltend wohliges Wärmegefühl bis hoch in den Kopf. Mit einem warmen Fußbad kann auch beginnen, wer unter kalten Füßen leidet. So dauert es in der Sauna nicht so lange, bis der ganze Körper warm wird.
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Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass man sich einen Infekt „wegsaunieren“ kann: Wer stark erkältet ist, für den gilt „Saunapause“, denn in diesem Fall ist die Kreislaufbelastung zu stark. Ausklingen lässt man den Saunabesuch mit einer Ruhephase. Dabei sollte man viel trinken, um die ausgeschwitzte Flüssigkeit zu ersetzen.
Filmbeitrag: Bert Ostberg
Infotext: Susanne Faß
Adressen & Links
Im Gespräch:
Dr. Stephanie Pögel
Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation
Charité Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Tel.: 030 - 450 517 082
Saunalandschaft Lichterfelde (Berliner Bäderbetriebe)
Hindenburgdamm 9 – 10
12203 Berlin
Tel.: 030 – 843 709 60
Informationen rund um die Sauna und Adressen von Sauna-Bädern in ganz Deutschland:
Deutscher Sauna-Bund e.V.
Kavalleriestr. 9
33602 Bielefeld
Tel.: 0521 – 966 79-0
Email: info@sauna-bund.de
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 06.12.2009. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

