Rückschau: Blutdruck selber messen
Das müssen Sie beachten!
Sendeanstalt und Sendedatum: BR, Sonntag, 31. Januar 2010
Bildunterschrift: Beim Blutdruck- messen sollte einiges beachtet werden ]
Haben Sie heute schon Ihren Blutdruck gemessen? Nein? Es könnte aber lebenswichtig sein. Oder meinen Sie, nur weil der Blutdruck den Tag über schwankt, ist es egal, wenn er einmal hoch ist? Oder gehören Sie zu denen, die glauben, dass ältere Menschen auch höhere Blutdruckwerte haben dürfen? Falsch gedacht!
Jeder sollte regelmäßig Blutdruck messen. Denn die Selbstmessung hilft, den stillen Killer Bluthochdruck aufzuspüren und zu bändigen. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie einen zu hohen Blutdruck haben. Kein Wunder, denn schließlich ist anfangs auch nichts zu spüren. Aber Bluthochdruck ist wie eine tickende Zeitbombe, die man mit sich herumträgt. Erst nach Jahren kommen die Folgen - Schlaganfall und Herzinfarkt sind die schlimmsten.
Alles Messen ist vergebens, wenn das Werkzeug nicht stimmt. Das Messgerät sollte genaue Werte liefern. Bei älteren Geräten empfiehlt sich, das überprüfen zu lassen.
Welches Gerät ist für den Einsteiger geeignet?
Die Auswahl ist inzwischen groß. Kleine Geräte fürs Handgelenk oder doch ein größeres für den Oberarm? Immer wieder vergibt die Stiftung Warentest ihre Noten auch für Blutdruckmessgeräte. Außerdem lassen viele Hersteller ihre Geräte von der Hochdruckliga testen. Sie vergibt an geeignete Geräte ein eigenes Prüfsiegel. Grundsätzlich gilt, dass Oberarmgeräte den Geräten fürs Handgelenk an Messgenauigkeit überlegen sind. Mit dem richtigen Gerät kann es losgehen.
Regel Nummer eins
Die Manschette muss sitzen. Sollte sie zu eng oder zu weit sein, lassen sich in Fachgeschäften und Apotheken für gute Geräte die passenden Manschetten nachkaufen. Am besten schon beim Kauf darauf achten.
Regel Nummer zwei
Bildunterschrift: ]
Es kommt auf die richtige Platzierung der Manschette und die Position des Armes bei der Messung an. Zwei bis drei Zentimeter über der Armbeuge sollte sie sitzen. Mit ein bisschen Übung klappt es. Die Manschette nicht zu fest ziehen. Den Arm am besten bequem auf den Tisch legen, damit er nicht zu stark gebeugt ist. Ein Kissen als Unterlage ist optimal. Handgelenk-Geräte immer so legen, dass sie auf Herzhöhe messen. Schon geringe Höhenunterschiede ergeben ein falsches Resultat.
Regel Nummer drei
Den richtigen Arm zum Messen wählen. Grundsätzlich gilt: immer am Arm mit dem höheren Druck messen. Normalerweise ist das aufgrund anatomischer Gegebenheiten der linke, aber das muss nicht immer so sein - besonders bei manchen Vorerkrankungen. Also Vergleichsmessungen machen, oder noch besser, beim Arzt nachfragen.
Bei der Blutdruckmessung kommt es auf zwei Werte an. Die Systole, der obere Wert, beschreibt den Druck, wenn unser Herz Blut in die Adern presst. Maximal 135 mm Quecksilbersäule dürfen es beim Messen sein. Und dieser Wert gilt auch als Höchstwert für das Tagesmittel.
Bei der Diastole, dem unteren Wert, dehnt sich das Herz und füllt sich mit Blut. 85mmHG im Tagesmittel sind erlaubt. Bei Anstrengung ist der Druck natürlich höher.
Regel Nummer vier
Immer in Ruhe und unter denselben Bedingungen messen. Denn nur dann sind Messungen aussagekräftig. Nach körperlicher Anstrengung nicht sofort loslegen! Je gesünder und trainierter wir sind, desto schneller kommt unser Kreislauf wieder zur Ruhe. Aber das braucht ein paar Minuten Zeit.
Regel Nummer fünf
Regelmäßig messen! Am besten jeden Tag zu geeigneten Zeiten. Das ist jeweils zur selben Uhrzeit gleich nach dem Aufstehen am Morgen und am Abend vor dem Schlafengehen. Falls es knapp wird, lieber mal eine Messung ausfallen lassen, anstatt auf früher oder später auszuweichen.
Regel Nummer sechs
Bildunterschrift: ]
135/85 mmHg sind die zulässigen Obergrenzen, immer und für fast alle. Darüber wird es gefährlich! Bluthochdruck verursacht lange keine Schmerzen. Aber seine möglichen Folgen können ganz plötzlich ihre zerstörerische Kraft entfalten. Besonders bei Menschen, die bereits wegen ihres Bluthochdrucks in Behandlung sind oder eine andere Vorerkrankung haben, gelten strenge Obergrenzen - auch bei körperlichen Belastungen.
Regel Nummer sieben
Werte aufschreiben. Denn besonders aussagekräftig sind Messungen über größere Zeiträume. Für Bluthochdruckpatienten sind sie eine entscheidende Hilfe. Moderne Geräte und der Computer übernehmen heute gerne das Sammeln. Die Werte lassen sich so kinderleicht auch zum Arzt schicken. Der kann dann gegebenenfalls Medikamente optimal einsetzen.
Die goldene Regel Nummer acht
Regelmäßig zum Arzt gehen. Der Arzt entscheidet auch darüber, wie oft eine 24 Stunden Messung gemacht wird. Diese Messung rund um die Uhr mit einem kleinen tragbaren Gerät am Körper ist immer noch die wichtigste Hilfe für die Mediziner, auch gefährlichen Bluthochdruck in der Nacht feststellen zu können.
Fazit: Eigene Messungen nutzen der Gesundheit. Das belegen auch Studien. Keine Angst, ungewohnt ist nur der erste Schritt. Aber wer schon einmal in Anwesenheit von Freunden seinen Blutdruck kompetent selbst gemessen hat, der weiß, dass er schnell sein Wissen an ein interessiertes Publikum weitergeben kann. Manchmal ist es eben auch schick, gesundheitlich auf dem Laufenden zu sein.
Adressen & Links
Studiogast:
Dr. med. Johannes Proksch
Internist und Sportmediziner
Bad Heilbrunn
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 31.01.2010. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

