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Rückschau: Familien ohne warmes Wasser

Wenn die Justiz Familien im Stich lässt

Sendeanstalt und Sendedatum: SWR, Samstag, 15. August 2009

Jemand spült eine Tasse (Bild: photos.com) Bildunterschrift: ]
"Das schwierigste an der Situation ist die Kinder zu Baden, denn ohne warmes Wasser Kinder zu Baden, das funktioniert nicht", so Bianca K.

Sechs Wochen musste die zweifache Mutter ohne warmes Wasser auskommen. Der Grund: Ein Streit zwischen ihrem Vermieter und einer weiteren Mieterin. Selbst die Justiz war keine Hilfe, machte den Weg nicht frei für eine schnelle Lösung.

Situation

Wollte Bianca K. ihre Kinder Baden, musste sie das Wasser auf dem Herd oder mit Hilfe des Wasserkochers erhitzen. Einfach den Wasserhahn aufdrehen genügte nicht, denn dieses war kalt. Sechs Wochen lang musste die zweifache Mutter ohne warmes Wasser auskommen. Für sie eine schier unerträgliche Situation.

Rückblick

Ursache für die Misere war ein Streit zwischen dem Vermieter und einer weiteren Mieterin im Haus. Anlass: ein defektes Heiz– und Warmwassersystem. Laut dem Vermieter musste man zur Reparatur der Heizung in einen Heiznebenraum, der nur über gemietete Gebäudeteile der fraglichen Mieterin zu erreichen war. Die Mieterin aber weigerte sich die Türe zu öffnen. Warum – ist uns unbekannt. Laut Mietvertrag ist sie jedoch dazu verpflichtet, der Anspruch des Vermieters also gegeben.

Das Besondere

Neben dem normalen Zugang gibt es jedoch noch eine andere Möglichkeit in den Heizraum zu gelangen: Man geht einen schmalen Gang entlang, am Ende ein Fenster und durch dieses klettert man 1,70 Meter in die Tiefe.

Die Lage spitzt sich zu

Allerdings kommt diese Kletteraktion für die Installateure sowie den Kaminkehrer nicht in Frage. Sie weigern sich, geben berufsgenossenschaftliche Gründe an. Der Kaminkehrer wendet sich an das Landratsamt. Dieses schickt dem Vermieter einen Bescheid mit einer Zwangsgeldandrohung. Andere Mieter des Hauses drohen mit Mietminderungen.

Am Ende

Der Anwalt will nicht hinnehmen, dass die Mieter dauerhaft ohne warmes Wasser leben sollen und legt Berufung ein.

Das Happy End

Kurz vor dem nächsten Prozesstermin dann die Erlösung: Die Mieterin lenkt ein, lässt die Installateure durch ihre Räume in den Heiznebenraum. Innerhalb kurzer Zeit wird die Heizung repariert und das warme Wasser fließt wieder. Nach sechs langen Wochen haben Bianca K. und ihre Kinder wieder warmes Wasser – ohne Hilfe der Gerichte.

Autorin: Kerstin Schreier

 

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 15.08.2009. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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