Rückschau: Chile - Von der Wüste ins ewige Eis
Sendeanstalt und Sendedatum: SR, Sonntag, 4. November 2007
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Im südwestlichen Teil Südamerikas erstreckt sich Chile zwischen der Andenkordillere und dem Pazifischen Ozean. Auf mehr als 4.200 Kilometern Länge beeindrucken klimatische und geographische Gegensätze. Von der trockensten Wüste der Welt im Norden über Seen, Wälder und Vulkane im Zentrum bis hin zum ewigen Eis, das sich bis zur Antarktis erstreckt.
Im hohen Norden
Die Atacama Wüste
Unsere Reise beginnt in der Atacama Wüste im Norden. Ein Großteil dieser Gegend wurde von Chile sehr spät annektiert; erst 1890 besiegte das Land im Salpeterkrieg eine peruanisch-bolivianische Allianz. Der Sieg bescherte Chile die Kontrolle über die Nitratminen und den Minenbesitzern großen Reichtum. Erst wesentlich später entstand bei Chuquicamata die größte Kupfermine der Erde.
Die extreme Trockenheit in der Atacama Wüste ist ein Grund dafür, dass viele archäologische Funde sehr gut erhalten sind - wie zum Beispiel die berühmten Mumien von Atacama. Dasselbe gilt für kunsthandwerkliche Gegenstände. Das Museo Arqueológico in San Pedro de Atacama, das der belgische Jesuit Gustave Le Paige gründete, besitzt eine interessante Sammlung.
Der Salar und das Tal des Mondes
Zu den wichtigsten Attraktionen dieser Gegend zählen das Valle de la Luna und der Salar de Atacama. Der "Salar" ist ein ausgetrockneter Salzsee, der sich bis zu einer Kette schneebedeckter Vulkane erstreckt. An seiner westlichen Seite beginnt das Valle de la Luna – das Tal des Mondes. In dieser Landschaft aus verfärbtem Gips, Ton und Salz gibt es nicht die geringste Spur organischen Lebens. Besonders schön kommen die Farben und bizarren Formen bei Sonnenuntergang zur Geltung.
Der klare Blick in die Sterne
Aufgrund der großen atmosphärischen Klarheit in dieser Hemisphäre befinden sich im Norden einige der bekanntesten Sternwarten der Welt, wie La Silla oder Cerro Tololo. Auf über 5000 Meter Höhe entsteht derzeit ALMA, das tiefer ins All blicken soll als je ein Teleskop zuvor. Für Urlauber bietet der Astronom Alain Maury allabendlich geführte Touren an. Auf seinem Gelände, ganz in der Nähe von San Pedro de Atacama, hat er mehrere Teleskope installiert, die erste Ausblicke gewähren.
Im tiefen Süden
Punta Arenas in Patagonien
Patagonien ist der extreme Süden von Chile und Lateinamerika - und das Kontrastprogramm zu unserem Einstieg in der Wüste. Hernando de Magallanes, portugiesischer Seefahrer unter spanischer Krone, entdeckte dieses Gebiet 1520 und öffnete damit den einzigen Weg, der über Jahrhunderte Europa und die Pazifikküste miteinander verband: die Magellanstraße.
Punta Arenas, die Stadt am Ende der Welt, erlebte damals goldene Zeiten. Das Industriezeitalter in Europa und Nordamerika ließ den Seehandel florieren. Segelschiffe und moderne Dampfer - sie alle mussten in Punta Arenas vor Anker gehen. Mit der Fertigstellung des Panamakanals gingen in Punta Arenas die Lichter aus.
Der Nationalpark Torres del Paine
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Von Punta Arenas aus fahren wir durch die endlosen Weiten der chilenischen Pampa zum Nationalpark Torres del Paine. Dieses Naturschutzgebiet am äußersten Ende der Andenkette wurde 1959 gegründet. Eine Landschaft aus bizarren Bergformationen, Gletschern und Seen. Die Torres del Paine aus grauem Granit sind die Wahrzeichen des Parks. Allerdings sind sie nur mit Glück zu sehen, das Wetter ist praktisch nicht vorhersagbar. Es gibt über 250 Kilometer angelegte Pfade im Park, darunter auch eine Rundtour von sieben Tagen.
Reiseinformationen auf einen Blick
Reisezeit
Die beste Reisezeit für Chile ist von November bis Ende März. Dann ist die Chance am größten, den äußersten Süden und die Seenregion bei gutem Wetter zu erleben. Eine "Schönwettergarantie" gibt es jedoch nicht.
Flüge
Die Preise in der Hauptsaison sind deutlich höher als in der Nebensaison - vor allem für die Flüge. Die Route nach Santiago de Chile wird von mehreren Airlines angeboten (LAN, Iberia, Swiss), die Inlandflüge hauptsächlich von LAN.
Ab April 2008 kostet ein internationaler Flug mit Swiss beispielsweise ab 980 Euro.
Swiss International Air Lines
Fon: 0180 - 300 03 37 (EUR 0,09/min)
www.swiss.com
Einreise
Für Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die nicht länger als 90 Tage in Chile bleiben wollen, genügt zur Einreise der noch mindestens sechs Monate gültige Reisepass.
Zahlungsmittel ist der Peso. Man kann im Land problemlos an Geldautomaten mit der EC-Karte (Maestro) Pesos abheben.
Zeitverschiebung
In Chile gilt während der europäischen Sommerzeit MEZ minus sechs Stunden. Während der chilenischen Sommerzeit (Mitte Oktober bis Mitte März) gilt MEZ minus vier Stunden.
Reiseveranstalter Chile
Ein Spezialveranstalter für Südamerika und Chile ist
Chamäleonreisen
Fon: 030 / 34 79 96 – 0
www.chamaeleon-reisen.de
Der Preis für eine 15-tägige Reise beginnt bei EUR 2.999 (Santiago, Seengebiet, Schifffahrt bis Patagonien).
Die 18-tägige Tour mit Anschlussprogramm in der Atacama Wüste beginnt bei
EUR 3.548.
Im 15-Tage Programm enthalten: der Linienflug ab Frankfurt, zwei Inlandsflüge mit LAN, die Übernachtungen und Mahlzeiten, eine dreitägige Schifffahrt auf der MV Magellanes, deutschsprachige Reiseleitung und alle Nationalparkgebühren.
Weitere Spezialveranstalter sind Ikarus-Tours und Karawane Reisen:
www.karawane.de
www.ikarus.com
Programmtipp
Das 45-minütige Feature "Chile – von der Wüste ins ewige Eis" läuft am 26.12.2007 im Weihnachtsprogramm auf 3sat.
Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 04.11.2007 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

