Rückschau: Dresden jenseits des Barock
Die hippe NeustadtSendeanstalt und Sendedatum: SR, Sonntag, 10. September 2006
Bildunterschrift: Beherrscht die "Skyline" von Dresden: Frauenkirche im Herzen der Stadt ]
Dresden feiert in diesem Jahr seinen 800. Geburtstag. Nicht nur deswegen strömen die Menschen in die sächsische Hauptstadt: Das Interesse an der im vergangenen Jahr eröffneten Frauenkirche ist ungebrochen, und die barocken Prachtbauten wie etwa der Zwinger sind seit jeher ein Zuschauermagnet.
So hat es Dresden als einzige Stadt Ostdeutschlands in die deutsche Top-Ten der meist besuchten Städte geschafft.
Aber Dresden lässt sich nicht nur auf die klassische Art entdecken.
Die Neustadt
Kontrastprogramm zur Altstadt ist die so genannte Neustadt am rechten Elbufer. Anna Mueller und ihr Hund "Frau Mueller" veranstalten jeden Abend um 21.00 Uhr eine kombinierte Stadt- und Kneipenführung durch das In-Viertel von Dresden.
Obwohl die Neustadt mittlerweile selbst schon aus dem vor-vorigen Jahrhundert stammt, ist sie ein ungemein junges Viertel, eben der Szene-Kiez von Dresden. In der "bunten Republik Neustadt" – so nennen die Einwohner gern "ihre Neustadt" – kennt Anna Mueller fast jeden Pflasterstein.
Für zwölf Euro gibt es Geschichte und Geschichten aus dem ehemaligen Arbeiter- und Handwerkerviertel und jeweils ein Freigetränk in drei ausgewählten Kneipen.
Vielfältige Gastronomie
Das Auswählen der Kneipen ist nicht einfach, denn mittlerweile haben in der Neustadt rund 160 Lokale geöffnet. Multikulti – nicht nur bei den Bewohnern, auch in der Gastronomie.
Ein Geheimtipp unter Jazzliebhabern: das "Blue Note" – jeden Abend gibt es Livemusik.
Die Neustadt erwacht spät. Erst wenn am Altstädter Elbufer die ersten Touristen schon ihr Mittagessen einnehmen, ist hier die Nacht zu Ende.
Aufgeblüht: die Kunsthofpassage
Mittlerweile ist das alternative Viertel selbst zur Attraktion geworden – zum Beispiel die Kunsthofpassage. Zu DDR-Zeiten waren die Häuser völlig heruntergewirtschaftet, viele davon baufällig. Da sich niemand darum kümmerte, wurden sie illegal bewohnt und so vor dem Verfall bewahrt.
Mehr und mehr macht sich das Viertel nun stadtfein: ganze Busladungen bestaunen jetzt phantasievolle Architektur und Wasserspiele im Stil von Friedensreich Hundertwasser.
Wohnen im Hechtviertel
Im Hechtviertel, einem Teil der Neustadt, lässt es sich gut und preiswert logieren. Zum Beispiel in der "Boofe" – so bezeichnet man im Sächsischen einen Platz zum Übernachten. 15 Euro kostet die Nacht pro Person in einem Vierer-Appartment - ein Geheimtipp nicht nur für Rucksacktouristen. Auf die Idee kam Gründer Danilo Hommel, als er selbst in Australien unterwegs war.
Unser Tipp: unbedingt einen Schlafplatz reservieren – gerade im Sommer ist die Boofe oft ausgebucht.
Ateliers für Künstler aller Couleur
Die Hinterhöfe des Hechtviertels sind zur Heimat für Künstler und Lebenskünstler geworden. In einer ehemaligen Werkstatt hat der Holzbildhauer Tom Fraitag sein Atelier. Hier entstehen individuelle Holzgrabmale. Eine Etage höher arbeitet Daniela Floß an Menschenbildern in Öl. Nach etlichen Umzügen ist sie in der Dresdner Neustadt gelandet und hat hier eine selten gewordene Nische für sich und ihre Kunst gefunden.
Hochhaus-Sinfonie zum 800. Geburtstag
Noch bis Ende des Jahres feiern die Dresdner ihren 800. Stadtgeburtstag. Vielschichtig und spektakulär fallen die Feierlichkeiten aus: etwa die Hochhaus-Sinfonie mit den Pet Shop Boys und den Dresdner Sinfonikern.
Programmhinweis
Am 13. September 2006 in der Zeit von 21.00 bis 21.45 Uhr können Sie in der Sendereihe "Reisewege" im SR Fernsehen ausführlicher in die sächsische Metropole eintauchen. Das Reisefeature trägt den Titel
"Dresden – Entdeckungen im Elbflorenz".
Adressen & Links
Führungen durch die Neustadt
(auch in englischer Sprache)
Fon: 0351 / 801-3361
www.nightwalk-dresden.de
Hostel "Die Boofe"
Hechtstraße 10
01097 Dresden
Fon: 0351 / 801-3361
Fax: 0351 / 801-3362
www.boofe.de
info@boofe.de
Dresden Tourist Info
Fon: 0351 / 49 19 22 06
www.dresden800.de
info@dresden-tourist.de
Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 10.09.2006 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

